Gefeiert wird erst nächstes Jahr

Freiwillige Feuerwehr und Fanfaren- und Musikzug Frankershausen bestehen seit 200 Jahren

Zeigt die Jahreszahl der Gründung: ein Bild der Freiwilligen Feuerwehr Frankershausen. Foto:  privat

Frankershausen. Es war ein genialer Schachzug, über den sich die Freiwillige Feuerwehr Frankershausen noch heute freut: Als sich in dem Berkataler Ortsteil einst Gewerbe ansiedeln wollte, drohte das an den zu kleinen Wasserleitungen zu scheitern. „Damals ist man deshalb auf die Idee gekommen, einfach ein Tanklöschfahrzeug anzuschaffen, das einen großen Löschwasserbehälter hat“, erzählt Gert Körner, erster Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr. Zusammen mit dem Fanfaren- und Musikzug können die in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag feiern.

Im Jahr 1876 ist die Freiwillige Feuerwehr in Frankershausen gegründet worden. Die war schon immer vom Gewerbe geprägt, sagt Körner: „Weil es in Berkatal so viel davon gibt, haben wir dort im Vergleich zu anderen Feuerwehren, die eine vergleichbare Größe haben, relativ viele Einsätze.“ Mittlerweile bekomme man das im Ort gar nicht mehr jeder mit, weil man sich zwischen den Firmen und der Feuerwehr auf einen stillen Alarm geeinigt habe. „Wir sind auf jeden Fall mit den Firmen gewachsen.“

Den Firmen ist auch das Tanklöschfahrzeug zu verdanken, weswegen die Mitglieder der Frankershäuser Feuerwehr auch im Katastrophenschutz tätig sind und immer wieder für größere Einsätze angefordert werden. Im Gedächtnis geblieben ist Körner aber vor allem einer aus der Region: Kurz vor der Jahrtausendwende ist eine Lagerhalle für Lederwaren abgebrannt, „diesen Einsatz werde ich nicht so schnell vergessen“.

Nicht vergessen wird der erste Vorsitzende das Engagement von Walter Schäfer, der sich über viele Jahre für die Feuerwehr nicht nur in Frankershausen eingesetzt und diese modern ausgerichtet hat. „Das wollen wir natürlich fortführen – gerne auch in den nächsten 140 Jahren.“

Um die 200 Jahre zu komplettieren, kommen vom Fanfaren- und Musikzug Frankershausen noch 60 Jahre zu dem 140-jährigen Bestehen der Feuerwehr obendrauf. Gab es ab 1956 zuerst den Fanfarenzug, kamen 17 Jahre später auch die Ventilinstrumente hinzu: der Fanfaren- und Musikzug war geboren.

Der ist vor allem für seine drei Winterkonzerte bekannt, die es immer am Ende des Jahres gibt: „Ich hoffe, dass die nicht nur vereinsintern ein Highlight sind“, sagt der erste Vorsitzende Dirk Schäfer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber auch der Auftritt beim Schützengottesdienst in Wanfried sei immer etwas Besonderes: „Die Atmosphäre dort ist einmalig – genau wie auf einer unserer Fahrten, als wir in 2100 Metern Höhe Musik gemacht haben.“ Möglich gemacht hatte das ein Lehrgang der Tiroler Gruppe Pfundskerle, von denen der Frankershäuser Fanfaren- und Musikzug auch in diesem Jahr wieder eingeladen worden ist.

Als der Fanfarenzug 1956 gegründet wurde, war er noch eine Unterabteilung der Feuerwehr. Ausgegliedert wurde er erst 1983, damit jeder Bereich seinen eigenen Chef bekommen konnte und niemand dem anderen in die Arbeit reinredet. „Das war eine super Idee“, sind sich Körner und Schäfer einig. Eine Verbundenheit blieb aber trotzdem bestehen: Der Fanfaren- und Musikzug ist zum einen Mitglied des Fördervereins, zum anderen auch weiterhin über den Landesfeuerwehrverband organisiert.

Vereint sind beide Bereiche aber auch noch in einem anderen Merkmal: Beide Vereine suchen Nachwuchs. „Die Zahl der Mitglieder geht ständig runter“, berichten beide Vorsitzende. Wer Interesse am Feuerwehrwesen oder am Musizieren hat, kann sich informieren unter

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