Traditionelle Salatkirmes

Germerode vertreibt den Winter

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Salatkirmes: Germerode vertreibt den Winter

Germerode. Die Salatkirmes in Germerode ist eine außergewöhnliche Kirmes: Zum einen wird sie noch sehr traditionell gefeiert, zum anderen ist sie der Auftakt zur Kirmes-Saison im Werra-Meißner-Kreis. Und darauf sind die Germeröder besonders stolz.

Den Winter austreiben und den Frühling willkommen heißen: Die Germeröder haben dafür eine ganz spezielle Art – sie feiern Salatkirmes. Diesmal stand alles unter dem Motto „Unser Heimatort“ und so präsentierten sich dann auch die örtlichen Vereine beim Festumzug. Vorneweg tanzte vergnügt der Läufer Dennis Schön, der symbolisch den Winter austreibt. „Der Läufer symbolisiert den heidnischen Wettergott Wotan“, sagt er. Das gehöre eben einfach zur Salatkirmes, die sehr traditionell gefeiert würde, fügt er hinzu. So gebe es zum Beispiel keinen Verein, der die Kirmes plane, sondern ein ganz besonderes Team aus Kirmesburschen, erklärt Sarah Zindel. Sie ist eines von fünf Kirmes-Mädels, die den Fahnenträger, den Läufer und die beiden Kirmesburschen begleiten.

Und auch dies hat Tradition: Denn die Burschen müssen zwei Junggesellen aus dem Ort sein. Diesmal waren es Philipp Iwan und Markus Koch. Was die Kirmes aber noch so besonders mache, sei ganz klar, sind sich die Kirmesburschen und -Mädels einig: „Wir sind die Ersten in jedem Jahr.“

Salatkirmes: Germerode vertreibt den Winter

Die Salatkirmes sei eine Verbindung zwischen dem heidnischen Frühlingsfest und der Kirchweihe, wie mancherorts die Kirmesfeste auch genannt werden, erklärte Pfarrerin Dorlies Schulze. Sie hatte den Kirmes-Gottesdienst um 13 Uhr unter das Thema „Segen“ gestellt. Zu allererst verteilte sie dafür einen Geldsegen, indem sie einen Beutel mit Ein-Cent-Stücken herumreichte. Doch ihre Hauptbotschaft war: „Ich will dich segnen, und u selbst sollst ein Segen sein.“ Ein Aufruf dazu, anderen zu helfen. Zudem, fügt Schulze hinzu, seien die Deutschen ein Volk von Absicherern. „Man kann sich aber nicht gegen alles absichern, manchmal muss man auch einfach auf Gott vertrauen“, sagt Schulze. Der Läufer übrigens, so ist es Tradition, geht als die Verkörperung des heidnischen Wettergottes Wotan nicht mit in die Kirche. „Der wartet solange vor der Tür“, sagt Schulze. Nach dem einstündigen Marsch einmal durch den ganzen Ort wurde auf dem Festplatz am Anger noch getanzt und gefeiert. Heute um 11 Uhr ist dann noch Frühschoppen im Festzelt.

Von Diana Rissmann

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