54-Jähriger will sein Leben neu ordnen

Die Hilfe naht: Marc Müller unterstützt Karl Eiserle für ein Jahr

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Hoffen auf eine fruchtbare Zusammenarbeit: Karl Eiserles Leben gleicht derzeit einem Scherbenhaufen. Der Weidenhäuser Marc Müller (rechts) will dem 54-Jährigen helfen, wieder auf die Beine zu kommen. 

Weidenhausen/Schwebda. Es war ein von Schicksalsschlägen gebeuteltes Jahr 2015 für den Weidenhäuser Marc Müller, das er in Teilen lieber vergessen würde. Durchgestanden hat er das aber dank seiner Freunde und Bekannten, die ihn mental wieder aufbauten. „Das hat mir ziemlich geholfen, weshalb ich diese Art der menschlichen Hilfe gerne weitergeben möchte“, sagt der 44-Jährige. 

Ende November hat er in der Werra-Rundschau deshalb einen Aufruf gestartet und nach einer Person gesucht, die Hilfe braucht – unter den Einsendungen hat er sich jetzt Karl Eiserle herausgesucht. „Privat läuft es bei mir gar nicht gut“, sagt der 54-Jährige.

Die Geschichte

Eiserles Leben ist geprägt von negativ besetzen Zeitspannen, die jüngste dauert noch an: Vor ein paar Jahren zog der gelernte Sanitärinstallateur von Grebendorf nach Eschwege, weil er das dortige Haus nicht mehr halten konnte. „Ich bin arbeitslos geworden, habe für meine Frau, die beiden Kinder und mich deshalb etwas Kleineres in Eschwege gesucht.“ Nicht mit in die neue Wohnung gezogen ist sein Onkel, der in Grebendorf mit in dem Haus wohnte und dann in ein Seniorenwohnheim kam.

„Ich habe von dessen Konto, für das ich eine Vollmacht hatte, immer mal wieder kleinere Beträge abgehoben, wenn er mir das gesagt hat“, erzählt Eiserle, der aufgrund der ganzen Geschehnisse immer wieder tief Luft holen muss, um weiterzuerzählen. Eines Tages, sein Onkel stand schon seit Längerem unter gesetzlicher Betreuung, ist das dann Dritten aufgefallen, die Eiserle des Diebstahls bezichtigten. „Dabei war das gar nicht so“, verteidigt sich Eiserle.

Um Frieden zu stiften, habe er das Geld in Raten an seinen Onkel zurückgezahlt, „zu der Zeit lief die Selbstständigkeit noch ganz gut“. Doch es gab auch Zeiten, da konnte Eiserle das Geld nicht zahlen – stattdessen wurden die restlichen Raten gepfändet. „Dadurch ist dann auch meine Firma den Bach runtergegangen.“ Als Resultat aus seiner Gutmütigkeit, der erneuten Arbeitslosigkeit, den Zahlungen und Pfändungen sowie dem mit Schulden belasteten Erbe seines mittlerweile verstorbenen Onkels stieg auch Eiserles Schuldenberg an – „ich stehe jetzt kurz vor der Privatinsolvenz, weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll“.

Die Hilfe

Hilfe erhofft er sich von Müller. „Ich brauche wieder einen Durchblick, um alles ordnen zu können“, sagt Eiserle, der mittlerweile in Schwebda wohnt und auf der Suche nach Arbeit ist. „Ich sehe zwar einen Haufen Arbeit vor uns“, sagt Müller, „ich bin aber auch zuversichtlich, dass wir das schaffen.“ Das ganze Jahr lang möchte er Eiserle zeigen, wie er aus seiner Situation herauskommt, damit er anschließend „die Zügel wieder selbst in der Hand hält“.

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