Hoher Meißner: Skiliftbetreiber planen Rodellift am Naturfreundehaus

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Der Rodellift am Kahlen Asten bei Winterberg. So könnte es ab der nächsten Wintersportsaison auch auf dem Hohen Meißner am Naturfreundehaus aussehen.

Hoher Meißner. Rodeln leicht gemacht könnte es ab der nächsten Wintersportsaison auf dem Hohen Meißner heißen. Das Unternehmen, das die beiden Skilifte am Naturfreundehaus und dem Berggasthof betreibt, will bis zum nächsten Saisonstart an dem Rodelhang einen Schlittenlift bauen.

„Das wird eine große Bereicherung für den Tourismus auf dem Hohen Meißner sein“, sagte Naturparkchef Marco Lenarduzzi. „So ein Schlittenlift wird stark frequentiert werden“, ist er sich sicher. Freuen dürften sich dann nicht nur die Kinder, sondern vor allem Eltern kleiner Kinder, denen künftig das schweißtreibende Hochziehen des lauffaulen Nachwuchses erspart bleibt.

Geplant sind parallel verlaufend zu dem kleinen Skilift drei Masten für den Rodellift, die zwischen April und November genau wie der kleine Skilift abgebaut werden können und müssen. An einem Stahlseil, das zwischen den Masten verläuft, hängen Plastikschlitten, die man sich, ähnlich wie beim Skilift den Bügel, schnappen und draufsetzen muss. So platziert lässt man sich anstrengungsfrei den Berg hochschleppen und zieht das eigene Rodelgefährt hinter sich her.

Der Baubeginn für den Rodellift ist für September dieses Jahres geplant. Beim ersten Schnee des nächsten Winters soll er laufen. Zwischen den Betreibern, den beteiligten Naturschutzbehörden und dem Forstamt gab es bisher Vorgespräche, entsprechende Anträge bei Naturschutz- und Baubehörden sind noch nicht eingereicht worden.

Obwohl der beliebte Rodelhang, der an guten Wintertagen bis zu 500 Besucher zählt, am Rande eines Vogelschutzgebietes liegt, stünden dem Projekt keine naturschutzfachlichen Bedenken entgegen, so Lenarduzzi. Im Gegenteil: Durch den Bau des strombetriebenen Schlittenliftes könnte auch der kleine Skilift, der bisher mit einem Dieselaggregat betrieben wird, auf Strom umgestellt werden.

Bei einem vergleichsweise überschaubaren Investitionsvolumen von zirka 100 000 Euro, das bis zu 50 Prozent aus EU-Fördermitteln mitfinanziert werden kann, könnte der Schlittenlift auf dem Meißner für deutlich höhere Umsatzzahlen bei der Betreibergesellschaft sorgen.

Um die Vermarktung der neuen Attraktion auf dem Meißner wird sich voraussichtlich Dieter Kohl, unter anderem Inhaber eines auf Skireisen spezialisierten Reisebüros in Eschwege und Besitzer des Hauses Schwalbenthal, kümmern.

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