Mit nur 28 Jahren wurde er Vorsitzender

TV Frankenhain: Wilfried Rüppel steht seit 33 Jahren an der Spitze

Wilfried Rüppel mit Tischtennisschläger.
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Im Jubiläumstrikot mit dem Tischtennisschläger: Wilfried Rüppel, der sehr bedauert, dass das Jubiläumsfest beim TV Frankenhain ausfällt, ist mit 61 noch aktiv.

Der 7. Mai dieses Jahres war für Wilfried Rüppel aus Frankenhain ein Tag, den er nie vergessen wird.

„Wenn du 33 Jahre als Vorsitzender einen Verein wie den TV 1920 Frankenhain führst und du mit scharfen Augen auf die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens blickst, das dann wegen der Coronakrise abgesagt werden muss, dann schaltest du automatisch den Enttäuschungsmodus ein.“

Das Jubiläumsfest sollte quasi die Krönung für den 61-Jährigen werden, der fest vor- hat, im nächsten Jahr sein Amt in jüngere Hände zu legen. 33 Jahre an der Spitze eines Sportvereins stehen, der seinen Mitgliedern aktuell sechs Sparten – Tischtennis, Damengymnastik, Radfahren, Walking, Wandern und Darts anbietet, das ist schon eine besondere Hausnummer, die auch viele Entbehrungen verlangte.

„Das geht nur, wenn deine Ehefrau mitspielt. Und meine Selma stand immer an meiner Seite, hat, speziell beim Backhausfest, zusammen mit der Frau vom Vorsitzenden des Männergesangvereins, Bernd Trube, tatkräftig mitgeholfen“, erklärt der Tausendsassa beim WR-Gespräch.

„Ja, das war ein Riesending, das wir von 1992 bis 2009 mit dem MGV auf dem Anger organisiert haben. Auch mein Vorgänger Gerhard Nolte war ein gelehriger Mitstreiter. Wir wurden von den älteren Frauen des Dorfes angelernt, denn neben der Herstellung des Sauerteiges sowie dem Backen von Brot, Losekuchen und süßem Kuchen galt es, die besondere Wissenschaft vom Anheizen des Ofens im Backhaus zu beherrschen“, gerät der TV-Vorsitzende beim Blick zurück noch heute ins Schwärmen.

1973 hat sich Wilfried Rüppel mit 14 Jahren dem Jubiläumsverein angeschlossen und mit dem Tischtennis begonnen: „Ich war nie der große Spieler, aber ich bin ein Dauerbrenner, der noch aktiv ist und voller Stolz auf die hervorragende Jugendarbeit sowie auf die drei Männerteams schaut, die in der neuen Saison den Serienspielbetrieb in der Kreisliga, der ersten und der dritten Kreisklasse aufnehmen.

Und das ohne unseren Bürgermeister Friedel Lenze, der zurück in sein Heimatdorf Weißenborn gewechselt ist, aber er verdient Anerkennung, denn er war seit 1997 bei uns eine Triebfeder“, erklärt der 61-Jährige.

1983 übernahm Wilfried Rüppel die Kassengeschäfte, um 1987 mit nur 28 Jahren als Vorsitzender die Geschicke mit all seinen Pflichten zu lenken: „Wenn du, und das war bei uns immer so, vom gesamten Vorstand tadellos unterstützt wirst, dann fällt dir die Führungssarbeit natürlich leichter“, lobt der Vereinschef seine Mitstreiter.

Und weil sich der Kreis der Sponsoren in einem überschaubaren Rahmen hielt, galt es, mit eigenen Veranstaltungen die Kasse zum Überleben der Sparten zu füllen. Wilfried Rüppel: „Neben dem Backhausfest haben wir über drei Jahrzehnte lang am 1. Adventssonntag bis 2015 einen Preisskat um Gänse und Puten ausgespielt“, spannt der Vorsitzende den Bogen zum Kinderfasching.

„Den haben wir im Wechsel mit der Feuerwehr gestaltet, anfangs in den Gaststätten, später in der Schule und zuletzt in der Mehrzweckhalle. Aber da die Zahl der Kinder seit Jahren rückläufig ist, gibt es mittlerweile Karneval für den Nachwuchs von ganz Berkatal, der, ohne weitere Beteiligung unsererseits, in der Kneipe Öx in Frankershausen gefeiert wird“, beleuchtet Wilfried Rüppel auch die gut angenommenen Vereinswandertage.

„Und auch bei den Turngau-Wandertagen gehörten wir immer zu den Stammgästen“, schwenkt der Vorsitzende zur intakten Damengymnastikabteilung sowie zur Dartsgruppe, die sich vor vier Jahren formierte und in Eigenleistung das Jugendzentrum hergerichtet hat, die als Spielstätte in der Bezirksliga dient.

„Weil ich selbst seit 1992 sehr gerne mit dem Rad fahre, dabei zahlreiche Flüsse bereist habe oder Pässe in den Alpen bewältigte - demnächst starte ich mit meinen Söhnen nach Großauheim durch, wo der Jüngere wohnt - habe ich mich für diese Sparte stark gemacht. Seit 1995 bieten wir mittwochs Touren zwischen 30 und 40 Kilometern an oder sonntags Familienausfahrten.

Seine Führungsqualitäten bewies er auch 2010 bei der 650-Jahr-Feier: „Wir haben einen Festausschuss als Verein mit mir als Vorsitzenden gegründet. Und als alle Abrechnungen unter Dach und Fach waren, wieder aufgelöst.“

Schließlich hat sich der gelernte Bürokaufmann, der längst als Laborassistent arbeitet, auch der Kommunalpolitik gewidmet: Von 2003 bis 2011 als Ortsvorsteher von Frankenhain und von 2009 bis in die Gegenwart gehört Wilfried Rüppel als ÜWG-Vertreter dem Berkataler Gemeindeparlament an.

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