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Die Frankershäuser Kirmesburschen im Porträt

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Von: Harald Triller

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Die Kirmesburschen 2021 und 2022 von Frankershausen: (stehend von links): Henrik Schindewolf und Niklas Schindewolf. Hockend: Ben Schindewolf.
Die Kirmesburschen 2021 und 2022 von Frankershausen: (stehend von links): Henrik Schindewolf und Niklas Schindewolf. Hockend: Ben Schindewolf. © PRIVAT/NH

Nach der Coronapause in 2021 sind Henrik, Ben und Niklas auch 2022 Kirmesburschen von Frankershausen. In einem Porträt stellen wir sie vor.

Frankershausen – Der Werbeslogan einer großen deutschen Molkerei lässt sich haargenau auf die Kirmesburschen in Frankershausen ableiten. Da die drei Organisatoren Henrik, Ben und Niklas, ohne näher miteinander verwandt zu sein, allesamt den gleichen Nachnamen tragen, darf schon ein wenig salopp gesagt werden: „Alles Schindewolf, oder was?“

Dreier-Beziehung

Der speziell in Frankershausen weit verbreitete Name Schindewolf ist dort quasi Gesetz. Niklas Schindewolf, der mit Henrik und Ben bereits 2021 Kirmesbursche war, weiß aber genau: „Seit 1936 ist es, trotz der Häufigkeit des Namens, erst das vierte Mal, dass alle Kirmesburschen Schindewolf heißen“, so der 29-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. In Niklas, Henrik und Ben schlagen logischerweise drei Herzen, allerdings ist in Frankershausen oftmals nur das Klopfen von einem zu hören. „Das liegt daran, weil wir vielfach auf der gleichen Wellenlänge ticken und uns seit der gemeinsamen Kindergartenzeit gegenseitig ergänzen“, erzählt Henrik Schindewolf, der mit seinen 27 Lenzen nur unwesentlich jünger als seine bereits 29 Jahre zählenden Partner ist.

Musiker

Neben der Kindergartenzeit verbindet sie auch die Musik: „Wir haben alle drei im Jahre 2002 beim leider schon verstorbenen Vollblutmusiker Jörg Sauer gelernt ein Instrument zu spielen“, erzählt Niklas Schindewolf, dass er selbst bei den Lindenmusikanten in Reichensachsen als Trompeter aktiv ist und Henrik mit dem Tenorhorn den Fanfaren- und Musikzug Frankershausen und ebenfalls die Lindenmusikanten verstärkt. Bei Ben sei leider der Zugang zum Instrument bei einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Australien verloren gegangen.

Henrik ist indes Projektleiter in einem örtlichen Betrieb, Master in der technischen Entwicklung im Bereich Brandschutz und ist Hobbylandwirt. Ben ist verheiratet und Vater eines Sohnes, Meister im Metallbau bei einer örtlichen Firma und Bachelor in Sachen Betriebswirtschaft. Niklas ist gelernter Bankkaufmann und mittlerweile Finanzplaner. Der aktive Fußballer übt bei BW Frankershausen auch das Amt des Spartenleiters aus.

Kirmesburschen

Auch in der Frankershäuser Kirmesgesellschaft hat das Trio stets das gute Miteinander gepflegt, nicht von umsonst kommen folgende Zahlen: Niklas gehört seit 2006 der Kirmesgesellschaft an und war fünfmal Kirmesbursche, Ben ist seit 2007 dabei und war dreimal Kirmesbursche und Henrik hat sich 2008 dem Team angeschlossen und stand bereits viermal als Kirmesbursche in der Verantwortung.

Organisatoren

Niklas Schindewolf, der auch als Festausschussvorsitzender an der Orga-Spitze der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SV Blau-Weiß Frankershausen stand, hatte die Idee eines gemeinsames Festes, wollte den SV Blau-Weiß und die Kirmes sozusagen unter einem Hut vereinen. „Auf beiden Seiten hat meine Idee sofort Begeisterung ausgelöst und uns war klar, dass wir unsere bereits gesammelte Erfahrung aus der Vergangenheit gezielt einbringen können“, sagt der 29-Jährige im WR-Gespräch.

„So, mussten wir 2019 auf das Wohlwollen der Kirmesgesellschaft hoffen. Und nach einigen Werberunden unsererseits wurde uns das Vertrauen ausgesprochen, für das wir uns herzlich bedankten“, erinnert sich Ben Schindewolf gerne daran zurück, denn der Traum einer Schindewolf-Kirmes war geboren. Henrik: „Damals konnte aber noch niemand ahnen, dass wir wegen der Pandemie gleich zwei Jahre hintereinander in der Pflicht stehen sollten, natürlich auf der Basis der erneuten Zustimmung der Kirmestruppe.“

Schon 2021 sei die Kirmes trotz Corona sehr erfolgreich über zwei Tage mit zwei Kapellen verlaufen“, gab das Trio unisono zu verstehen, dass es auch im September dieses Jahres auf die gewonnenen Erkenntnisse bauen möchte. Niklas Schindewolf: „Es macht schon Sinn, dass wir noch einmal in die Bresche springen, vor allem deshalb, weil wir es geschafft haben, die bestehenden Verträge mit Kapellen und Zeltbetreiber ins Jahr 2022 zu transportieren.“

Nachfolge

Aufgrund der Eheschließung von Ben und der mittlerweile räumlichen Distanz von Niklas, der als Finanzplaner in Hannover beschäftigt ist, verlangt die Organisation sicherlich mehr Flexibilität, aber auf jeden Fall will das Trio die Tradition als gestandene Achtentänzer ein letztes Mal aktiv wahrnehmen, um dann Platz für die nächste Generation zu machen, die schon ganz heiß ist. „Eines versprechen wir aber schon jetzt, den Feierlichkeiten bleiben wir freilich als fleißige Kirmesgänger und auch als Ratgeber treu“, kann Ben Schindewolf für sich und seine beiden Kumpels sprechen, wenn er sagt: „Das Brauchtum des Achtentanzens wird von uns dreien durch und durch gelebt und das wollen wir an unsere bereits feststehenden Nachfolger in vollem Umfang weitergeben, denn nur so kann die Kirmes weiterleben“, so Niklas Schindewolf.

Von Harald Triller

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