Das Kloster in Germerode organisiert sich ganz neu

Das Kuratorium berät und beschließt über die Arbeit des Vereins. Es besteht aus (von links) Silke Reuß-Bergmann, Dieter Franz, Ulrike Zindel, Bärbel Hochschild, Traudl Priller, Ursula Baumgärtel-Blaschke, Sascha Hardt und Pröpstin Katrin Wienold-Hocke. Rechts die Mitglieder des Vorstands, Manfred Gerland und Wolf-Arthur Kalden. Es fehlt: Rüdiger Siegel. Foto: Privat/NH

Germerode – Das Kloster Germerode hat seine Struktur umgestellt. Der Klosterverein übernimmt die Aufgabe, die Tagungsstätte und das Gebäude für die geistliche Gemeinschaft zu erhalten.

Unterstützt wird der Verein dabei von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Ziel der Neuordnung ist es, das Kloster als geistliches Zentrum in der Landeskirche zu erhalten und auszubauen. „Das Leben auf dem Gelände soll künftig als gemeinsame Aufgabe gepflegt werden“, sagt Pröpstin Katrin Wienold-Hocke.

Bisher hat der Vorstand der Klostergesellschaft als Eigentümerin der Tagungsstätte die Geschäfte ehrenamtlich geführt. Da diese Aufgabe mit dem Ehrenamt nicht mehr zu stemmen war, wurde die Geschäftsführung nun in die hauptamtlichen Hände von Manfred Gerland gegeben, der die Pfarrstelle für Meditation und geistliches Leben am Kloster innehat.

Kuratorium berät

Die Aufgaben des Vereins sind klar geordnet: Für den Betrieb der Tagungsstätte und die Geschäfte des Vereins ist ein dreiköpfiger Vorstand um Pfarrer Gerland verantwortlich. Zusätzlich wurde ein Kuratorium geschaffen, das über die Arbeit des Vereins beschließt und den Vorstand berät. Dazu kommen die Gemeinde Meißner, der Heimatverein, die Kirchengemeinde, die geistliche Gemeinschaft Koinonia und die Pfarrstelle an einen Tisch.

Schulden erlassen

Im Zuge der Neuordnung erlässt die Landeskirche dem Verein Schulden in Höhe von 250 000 Euro. In Schieflage geraten ist das Kloster durch den Neubau für die Kommunität 2010, der Pfarrer Gerland zufolge nur durch ein Darlehen der Landeskirche möglich war. „Die Einnahmen durch die Tagungsstätte waren zu gering, um das Geld zurückzuzahlen“, sagt Manfred Gerland. Zwar habe das Haus mit rund 1200 Tagungsgästen pro Jahr eine gute Auslastung von 65 Prozent. Doch da man aufgrund der einfachen Ausstattung keine hohen Übernachtungskosten verlangen könne, reichten die Einnahmen nur aus, um die Kosten zu decken.

Das soll sich jetzt ändern: Für die Rückzahlung des restlichen Darlehens wurde eine Stundung vereinbart, sodass Rücklagen gebildet werden können. „Es ist ein Glücksfall, dass die Landeskirche das Kloster nicht nur finanziell unterstützt, sondern sich auch organisatorisch engagiert“, sagt Manfred Gerland.

Für die Zukunft wünscht der Pfarrer sich, dass die Tagungsstätte ein wichtiges Zentrum in der Landeskirche und eine Kulturstätte für ganz Nordhessen wird. „Ich hoffe, wir können auch Menschen ansprechen, die spirituell interessiert, aber von der Kirche als Institution abgewandt sind.“ Dazu sollen die Aktivitäten auf dem Gelände nun einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Auch neue Ideen sollen entwickelt werden. So sind neben der Beherbergung von Gästen auch Feste, Ausstellungen und Konzerte angedacht.

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