Bank prüft Finanzierung, weil Firma unter plötzlich eingestellten Fördergeldern leidet

Köhler Kalk bangt um Kredit

Vor dem ungebrannten Kalk: (von links) Norbert Köhler, Klaus Adam, Harald Zindel, Dieter Franz, Christian Köhler und Florian Zindel. Foto: Wüstefeld

Vockerode/Germeorde. Das Land Hessen hat die Förderung für die Bodenschutzkalkungen eingestellt (wir berichteten). Derzeit wird zudem geprüft, ob die Maßnahme, die der Versauerung der Waldböden entgegenwirkt, in bisherigem Umfang weiter fortgesetzt werden soll.

Für einige Unternehmen aus der Region bedeutet die fehlende Förderung ein Rückschlag. Die Firma Köhler Kalk, die das einzig zugelassene Kalkwerk in Hessen besitzt, verteilt ihren ungebrannten Kalk zu 70 Prozent in den Wäldern, „für uns bricht damit ein Standbein weg“, sagt Geschäftsführer Norbert Köhler. Eigentlich habe sein Unternehmen eine Millionen-Investition geplant. Durch die wegfallenden Einnahmen bei dem Kalk für den Wald werde das ganze Finanzgerüst jedoch über den Haufen geschmissen, weshalb die Bank nun prüfe, ob sie den Kredit noch gewähren könne. „Den brauchen wir aber, um die Investitionen zu tätigen“, macht Köhler klar.

Für das Familienunternehmen Zindel stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Firma fährt den Kalk in den Wald, braucht dafür spezielle Fahrzeuge: „Erst vor ein paar Tagen haben wir uns ein neues angeschafft“, sagt Florian Zindel. Neben den Investitionen gebe es bei ihnen noch das Problem mit den Fahrern: „Dadurch, dass in den Wintermonaten kaum was im Straßenbau getan wird, waren wir froh, zu dieser Zeit wenigstens den Kalk fahren zu können“, erklärt er. Falle das nun aber weg, könnte das Unternehmen die Fahrer in diese Zeit nicht beschäftigen.

Hoffnungen setzen die Unternehmen in den Landtagsabgeordneten Dieter Franz (SPD), der den Sachverhalt in den Landtag bringen will. „Mitte Dezember hieß es noch, dass die Fördergelder bereitgestellt werden, eine Woche später wurden die ohne Begründung gestrichen“, sagt er. Er wolle nun herausfinden, wo das Geld stattdessen hinfließe. „Ich setze mich für die wirtschaftlichen Interessen dieser Unternehmen ein, jeder Arbeitsplatz in dieser Region ist wichtig.“ Einig sind sich die Unternehmen und Franz darin, dass die Entscheidung, die Fördergelder einzustellen, sinnlos sei. „Wir sind noch weit weg von einem guten Zustand der Waldböden.“ (cow)

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