Kreis-Jugendförderung lässt Kinder eine Stadt bauen

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Echte Bürgerinnen: Fiene Herold (von links, Lilly Landgrebe und Leonie Friedrich vor dem Ortsschild ihrer Stadt, die sie als Projekt der Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises selbst gebaut haben.

Wolfterode. Die Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises hat zum dritten Mal eine Kinderstadt in Wolfterode organisiert. Die 41 Teilnehmer planen sechs Tage lang Abläufe und simulieren das Leben in einer Stadt. Besucher können am Samstag ab 16 Uhr in Wolfterode, Am Stein 1, die fiktive Stadt besuchen.

Lilly Landgrebe nimmt ihren Job als Bürgermeisterin sehr ernst. Sie guckt in der Stadt Bat-Bär-City nach dem Rechten und trifft Entscheidungen, wie viel Geld wohin investiert werden soll. Dazwischen hüpft sie fröhlich mit ihren Freundinnen über den weitläufigen Platz in Wolfterode.„Das ist richtig cool und macht Spaß“, sagt sie.

Es ist das dritte Mal, dass die Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises eine Kinderstadt organisiert hat. Das Besondere daran ist, dass Kinder die Strukturen und Abläufe in der Stadt vollkommen alleine planen. Lediglich sieben Betreuer stehen den 41 Bewohnern zur Seite und passen auf, wenn sie zum Beispiel mit Werkzeugen arbeiten.

Spiel fördert die Kreativität

„Sie müssen Verantwortung übernehmen und lernen im Umgang miteinander teamfähig zu sein“, sagt Ina Rundnagel, Betreuerin der Jugendfreizeit. Außerdem lernten sie so die politischen Prozesse hautnah kennen und es fördere die Kreativität, wenn sie eigene Ideen umsetzten. Sechs Tage wohnen die Teilnehmer von neun bis siebzehn Uhr in der Stadt.

Morgens und abends holt, beziehungsweise bringt ein Kindertaxi der Jugendförderung die Kinder von Wolfterode nach Hause. „Es hat sich etabliert, dass sie nachts Zuhause schlafen, dann sind sie morgens fitter“, sagt Rundnagel.

Die Kinderstadt in Wolfterode

Fit sind die jungen Bürger im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren: „Wir haben am ersten Tag die Häuser gebaut und gestrichen und eine eigene Währung festgelegt“, sagt Lilly Landgrebe. Die Hütten schillern in leuchtenden Farben. Im Dorf gibt es eine Bank, einen Supermarkt, einen Beautysalon, eine Disko und eine Cocktailbar. Ben Kenter und Philip Hennemuth backen Crêpes, die sie an die Bewohner des Dorfes verkaufen. „Wir freuen uns darüber, dass wir etwas machen können, was wir sonst nicht so oft machen“, sagt Kenter.

Die Teilnahme ist kostenlos, die Materialien stellt die Jugendförderung des Landkreises. „Ich wollte mal gucken, wie es hier ist. Es ist wirklich toll“, sagt Lilly Landgrebe. Sie habe schon als Malerin und bei der Presse Geld verdient, bevor sie zur Bürgermeisterin gewählt wurde.

Die Jugendförderung des Kreises hat sich Wolfterode als Ort der Stadt ausgesucht, weil die Teilnehmer alle aus der näheren Umgebung kommen. „Sie können sich frei bewegen, es ist ruhig und es herrscht wenig Verkehr“, beschreibt Ina Rundnagel die Vorteile des Ortes. Außerdem herrschten kurze Wege zum Dorfgemeinschaftshaus, in dem die Stadtbewohner zu Mittag essen. Auch Lilly Landgrebe ist mit dem Aufbau der Stadt zufrieden: „Es gibt nichts, was ich mir noch wünsche, alles wurde erfüllt“, sagt die Neunjährige, und rennt wieder weg, um den Aufbau der neuen Minigolfbahn zu beaufsichtigen.

Von Leonie Nieswandt

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