Germerode: CDU übt Kritik an Wohnbauprojekt

So könnte es aussehen: In einem ersten Schritt soll das alte Lehrerhaus (links) kernsaniert werden, damit dort vier barrierefreie Wohnungen gebaut werden können, die über einen Außenfahrstuhl zu erreichen sind. Im Mitteltrakt könnten anschließend neun weitere Wohnungen entstehen. Rechts ist das alte Schulgebäude zu sehen. Skizze:  privat

Germerode. Am Dienstagabend wird in Germerode darüber entschieden, ob sich die Gemeinde Meißner am Bau von barrierefreien Wohnungen beteiligt, die der Verein Dorfzentrum Germerode errichten lassen möchte. Der kann die Investitionssumme von 633.000 Euro nicht alleine stemmen und sucht in der Gemeinde einen Unterstützer.

Einer, der dagegenstimmen wird, ist Friedrich Arnoldt von der CDU. Auch die Fraktion, die insgesamt fünf Stimmen in der Gemeindevertretung hat, werde es ihm gleichtun. „Ich habe generell nichts gegen barrierefreie Wohnungen“, stellt Arnoldt klar, „aber die zu erbauen ist nicht Aufgabe der Gemeinde.“ Geht es nach dem Vereinsvorstand, solle die aber das ehrgeizige Projekt, in dem in einem ersten Bauabschnitt vier und in einem weiteren neun Wohnungen gebaut werden sollen, finanziell tragen - vorerst.

 „Ich kenne zwar die Idee, dass sich der Verein verpflichtet, der Gemeinde das Geld in einem Zeitraum zwischen 20 und 25 Jahren zurückzuzahlen“, sagt Arnoldt, „aber wer garantiert uns, dass das auch tatsächlich so kommt?“ Dafür müsste nämlich sichergestellt sein, dass die Wohnungen auch tatsächlich vermietet werden würden und es keinen Leerstand gebe. „Auch wenn sich der Verein verpflichten würde, das Darlehen zurückzuzahlen - wenn er kein Geld hat, kann er auch keines zurückzahlen.“

Dann aber würde die Gemeinde auf ihrem Kredit sitzenbleiben (236 000 Euro sind veranschlagt), „das hält unser Haushalt nicht aus, wir haben derzeit überhaupt keine finanziellen Reserven“. Der sei in diesem Jahr seit 15 Jahren laut dem Entwurf erstmals wieder ausgeglichen, das müsse sich erst einmal fortsetzen. Denn laut dem Schutzschirmvertrag müsse man das in drei aufeinanderfolgenden Jahren schaffen, bevor man aus der Bindung des Vertrages raus sei. „Und dann können wir auch wieder über große Sprünge nachdenken.“

Arnoldt würde statt einer Komplettsanierung des alten Lehrerhauses am Neuen Weg zudem einen Neubau vorziehen. Das wäre aus seiner Sicht aus zwei Gründen sinnvoller: Zum einen sei die Bausubstanz des Hauses sehr schlecht, und auch die Raumaufteilung ist nicht die beste. Zum anderen wären ein Abriss und ein Neubau auch wesentlich günstiger. „Und es ist doch schon fragwürdig, dass sich kein Investor gefunden hat, der das vom Verein vorgeschlagene Projekt umsetzen will.“

Sitzung Dienstagabend 20 Uhr

Die Gemeindevertretersitzung Meißner findet am Dienstagabend ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Germerode, Klosterfreiheit 23, statt. Neben der Entscheidung über die Umsetzung des Projektes „barrierefreies Wohnen“ geht es zudem um die Änderung der Straßenbeitragssatzung und um das Investitionsprogramm der Gemeinde von 2016 bis 2020. Auch der Haushalt soll beschlossen werden, ebenso eine Änderung des Bebauungsplans „In der Aue“ in Vockerode.

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