Den Lurchen auf der Spur

Hessen Forst ruft Bürger auf, Feuersalamander zu zählen

Ungewöhnliche Begegnung: Feuersalamander sind nachtaktiv und lieben den Regen. Foto:  Kerst

Hoher Meißner. Als flinken Weggefährten kann man ihn nicht beschreiben: Der Feuersalamander ist eher von der trägen Sorte.

Gerade diese Eigenschaft aber eignet sich besonders, um die auffällige Amphibienart zu fotografieren – etwa dann, wenn sich die Bewohner des Werra-Meißner-Kreises aufmachen, um bei der Erforschung der kleinen Tiere zu helfen, indem sie die Standorte auf einer Karte vermerken.

Denn dazu ruft jetzt ein Dreier-Bündnis auf: die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen, Hessen Forst und die Universität Gießen. Die wollen mit der Aktion „Gemeinsam forschen: dem Feuersalamander auf der Spur“ möglichst viele Informationen über den Feuersalamander zusammentragen – dazu gehört auch, wo der sich im Werra-Meißner-Kreis überall aufhält. Wer den kleinen Lurch zu Gesicht bekommen möchte, muss in der Regel allerdings dann nach draußen, wenn es drinnen viel gemütlicher ist: „Er ist zum einen nachtaktiv und kommt tagsüber nur dann aus seinem Versteck, wenn es regnet“, erklärt Bettina Thormann vom Forstamt Hessisch Lichtenau. Daher habe er auch seinen volkstümlichen Namen Regenmännchen.

„Jeder Feuersalamander hat eine andere Zeichnung, das ist wie ein Fingerabdruck beim Menschen.“

Vor allem an Bachläufen oder Gewässern, die möglichst frei von Fischen sind, könnte man die 14 bis 18 Zentimeter lange Amphibienart zu Gesicht bekommen: „Darin legen die Weibchen derzeit ihre Larven ab.“ Zu erkennen ist das Tier aufgrund seiner auffälligen schwarz-gelben Färbung leicht. „Jeder Feuersalamander hat eine andere Zeichnung, das ist wie ein Fingerabdruck beim Menschen“, erklärt die Fachfrau.

Da, wo Feuersalamander entdeckt werden, gibt es ein intaktes Ökosystem, sagt Ralf Meusel, Naturschutzbeauftragter des Forstamts: „Er fühlt sich in strukturreichen Laubmischwäldern wohl und braucht Totholz, in das er sich tagsüber zurückzieht.“ Bis zu 20 Jahre werde ein Feuersalamander in der Regel alt, der von der Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Lurch des Jahres 2016 gewählt worden ist.

• Wer sich an der Zählung beteiligen möchte, kann sich im Internet auf www.hessen-forst-de/feuersalamander informieren und das Meldeformular ausfüllen.

Von Constanze Wüstefeld

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