Mülldeponie des Kreises

Magerrasen statt Bäume: Landkreis hat Deponie in Weidenhausen rekultiviert

An der Landstraße gegenüber des Sportplatzes Weidenhausen liegt die Deponie.
+
An der Landstraße gegenüber des Sportplatzes Weidenhausen liegt die Deponie.

Statt der ursprünglich geplanten Bäume durften aber nur Gräser, Kräuter und Büsche auf der Mülldeponie in Weidenhausen gepflanzt werden. Nicht nur deshalb war die Rekultivierung umstritten.

Weidenhausen – Magerrasen statt Wald: Die Oberflächenabdichtung und die Rekultivierung der Deponie in Weidenhausen wurden unlängst abgeschlossen. Das meldet die Kreisverwaltung des Werra-Meißner-Kreises. Kritik hatte die Gemeinde Meißner auch an der fehlenden Informationspolitik geübt.

Was wurde auf der Deponie gemacht?
Die Oberfläche der Deponie wurde abgedichtet und mit einer 1,5 Meter dicken Schicht Erde abgedeckt. Bepflanzt wurde die Fläche dann mit Magerrasen. Das war eine Vorgabe des Regierungspräsidiums, erklärt Sylvia Weinert, Sprecherin des Werra-Meißner-Kreis.
Wie sahen die ursprünglichen Pläne aus?
Ursprünglich sollte der entstandene Landschaftsschaden mit Bäumen ausgeglichen werden. Geplant war „eine Überdeckung mit vier Meter sehr hochwertiger Böden“, so Weinert. Damit hätte ein Teil der Abdichtung aus einer Wasserhaushaltsschicht statt einer Kunststoffbahn bestanden. Das nicht verdunstete Niederschlagswasser hätten die Baumwurzeln aufgenommen.
Warum wurde die ursprüngliche Rekultivierung nicht umgesetzt?
Aus zwei Gründen konnte die Rekultivierung mit Bäumen nicht durchgeführt werden. Zum einen hätte der Boden viel Wasser speichern müssen, zum anderen dürfen die Baumwurzeln die Abdeckung nicht beschädigen. Für beides ist eine dicke Bodenschicht notwendig. Die Böden in der Qualität seien jedoch nicht vorhanden gewesen, erklärt Weinert. Ursprünglich sollte die Erde vom Bau der A 44 kommen. Doch Umplanungen führten dazu, dass die erforderliche Menge an Erde in der benötigten Qualität nicht im erforderlichen Zeitraum zur Verfügung gestanden habe, sagte vor drei Jahren Dr. Rainer Wallman, Erster Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent.
Warum die Kritik?
Mit der Planänderung verlor die Gemeinde Meißner 1,2 Millionen Ökopunkte, was 400 000 Euro entspricht. Das wurde kritisiert.
Gibt es einen Ausgleich?
Die Kritik wurde vom Kreis aufgenommen und zwei Vorhaben sollen einen Ausgleich schaffen, erklärt Wallmann auf Nachfrage: Auf der Deponie sollen zwei Sichtschutzhügel errichtet und sukzessive bewaldet werden. Außerdem solle der Gemeinde ein Teil der Ökopunkte gutgeschrieben werden, die beim Feuchtbiotop im Eschweger Stadtteil Niederhone entstanden sind. Das Feuchtbiotop wurde „im Rahmen der Baumaßnahme der Oberflächenabdichtung“ angelegt, erklärt Wallmann. Sobald dem Kreis die Punkte gutgeschrieben werden, erhält Meißner einen Teil, bestätigt auch Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare