Barrierefreie Wohnungen in Germerode: Gemeinde  entscheidet über finanzielle Unterstützung

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So soll es aussehen: Links ist das alte Lehrerhaus zu sehen, das in einem ersten Bauabschnitt verändert werden soll. In der Mitte können in einem zweiten Bauabschnitt weitere neun Wohnungen entstehen. Links ist das alte Schulgebäude zu sehen.

Germerode. In vier Tagen gibt es für die gut 70 Mitglieder des Vereins Dorfzentrum Germerode Klarheit: Dann müssen sich die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung entscheiden, ob sie das vom Verein geplante Projekt barrierefreies, altersgerechtes Wohnen umsetzen wird.

Denn ohne die finanzkräftige Unterstützung der Gemeinde Meißner könne der Verein die aufwendige Idee nicht finanzieren.

Das Projekt 

Barrierefreie Wohnungen, die ein altersgerechtes und generationsübergreifendes Wohnen für Jung und Alt ermöglichen: die zu errichten, hat sich der Verein seit seiner Gründung 2012 in den Kopf gesetzt. Dadurch wollen sie die Infrastruktur nicht nur des Dorfes, sondern der gesamten Gemeinde Meißner nachhaltig ausbauen.

Entstehen soll der Komplex in Germerodes Mitte: Dort steht auf einem gut 10 000 Quadratmeter großen Areal am Neuen Weg die ehemalige alte Schule, „in das die Gemeinde schon seit Jahren nichts mehr investiert“, heißt es von Seiten des Vereins. Der ist dafür verantwortlich, dass sich bereits etwas getan hat: 2012 konnte ein Dorfladen mit einem Café angesiedelt werden.

Für das seit Jahren leerstehende Lehrerhaus und den Mitteltrakt, der irgendwann einem Neubau weichen soll, gibt es schon konkrete Planungen: „In zwei Bauabschnitten sollen dort insgesamt 13 Wohnungen entstehen, die über einen Außenaufzug erreichbar sein sollen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Matthias Schulze. Mit eigenen finanziellen Mitteln habe der Verein die Bauplanung mit realistischen Kostenschätzungen soweit vorangetrieben, dass bereits ein Bauantrag gestellt werden könnte.

Die Finanzierung 

Gut 633 000 Euro müssen investiert werden, damit der erste Bauabschnitt, der den Grundstein für die Erschließung des zweiten legt, realisiert werden kann. In dem soll das alte Lehrerhaus so umgebaut werden, dass dort vier barrierefreie Wohnungen entstehen, zudem soll ein Außenaufzug angebracht werden. Über Investoren konnte der Verein das Projekt nicht realisieren. Ausfindig gemacht wurden jetzt zwei Förderprogramme, die ihre mündlichen Zusagen gegeben haben: vom Verein für Regionalentwicklung (Leader-Programm der EU) und vom Stadtumbau West.

„Dieser Weg kann aber nur zusammen mit der Gemeinde gegangen werden, da deren Projekte mit einem höheren Prozentsatz gefördert werden und die einen günstigeren Zinssatz bekommt als wir.“ 100 000 Euro würden so mehr zusammenkommen, als das bei Förderungen der Fall wäre, die der Verein bekäme.

Insgesamt kann die Gemeinde mit Zuschüssen in Höhe von 380 000 Euro rechnen, zusammen mit viel Eigenarbeit der Vereinsmitglieder und deren finanziellen Mitteln stünden von den benötigten 633 000 Euro dann gut 430 000 Euro zur Verfügung. „Die Differenz von gut 200 000 Euro soll jetzt die Gemeinde über einen Kredit aufnehmen“, erklärt Schulze: Er und seine Vorstandskollegen würden dazu einen Vertrag mit der Gemeinde abschließen, dass sich der Verein auch weiterhin um den Komplex kümmert und die Kreditsumme innerhalb von 20 bis 25 Jahren durch die Vermietung der Räume erwirtschaftet wird. „Auch wenn es Bedenken gibt, dass dieses Projekt eine Nummer zu groß für uns ist: Wir bekommen das hin“, ist sich der Vereinsvorstand sicher.

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