Bauantrag für Dorfzentrum endlich gestellt

Barrierefreie Wohnungen in Germerode: Baubeginn wohl noch vor Weihnachten

So soll es einmal aussehen: Das alte Lehrerhaus ist hier vom Neuen Weg aus zu sehen. Ganz links ist das Treppenhaus samt Fahrstuhl zu sehen, das neu gebaut werden muss. Entwurf  Ingenieurbüro Rehbein

Germerode. Das Dorfzentrum in Germerode soll weiter wachsen, jetzt kann endlich der nächste Schritt unternommen werden: Der Bauantrag für die barrierefreien Wohnungen ist endlich gestellt. 

Regelmäßig, erzählt Matthias Schulze, werde er von Vereinsmitgliedern darauf angesprochen, wann die ersten Arbeiten im alten Lehrerhaus in Germerode erledigt werden können. Doch während er darauf in den vergangenen Wochen keine Antwort wusste, ist das nun anders: Mit einer gut halbjährigen Verspätung hat jetzt der zuständige Architekt den Bauantrag beim Amt eingereicht – „was uns sehr freut, weil es dann bald losgehen kann“, ist Schulze optimistisch. Er ist der Vorsitzende des Vereins Dorfzentrum Germerode, dessen Mitglieder das alte Lehrerhaus im Ort in barrierefreie Wohnungen umwandeln möchten.

Bis Weihnachten, so hoffen die nun, werde der gestellte Bauantrag dann auch bewilligt – erst dann dürfen im Haus die Umbauarbeiten beginnen. Bislang war es lediglich erlaubt, das restliche Inventar herauszuräumen. „An zwei Tagen haben wir hier die Sanitäranlagen in den Bädern demontiert und elektrische Geräte wie Heizungen herausgeräumt“, sagt Schulze. Angefallen sei zudem jede Menge Unrat, der einen ganzen Container füllte.

Haben das alte Lehrerhaus bereits entrümpelt: (von links) Matthias Schulze, Heinz Zindel, Harald Zindel, Wolfgang Stricker, Horst Musiol und Marvin Schulze. Nicht auf dem Bild ist Andreas Hupfeld. Foto:  privat

Die nun anstehenden Umbauarbeiten haben es in sich: Wände müssen verrückt, alte Schornsteine abgebaut, Fenster ausgetauscht und Fußböden herausgerissen werden. Zudem muss die Garage, die sich zwischen dem alten Lehrerhaus und dem Friseursalon befindet, abgerissen werden. „Dort entsteht der Rohbau für das Treppenhaus, in das auch der Fahrstuhl eingebaut wird.“ Der bringt die Bewohner nicht nur in ihre Räumlichkeiten, sondern fährt auch in den Keller.

Vier Wohnungen sollen entstehen: eine große im Erdgeschoss sowie zwei kleinere im ersten Stock, die jeweils mit einem Balkon ausgestattet werden. Der fehlt bei der vierten Wohnung im Dachgeschoss. „Wir hoffen, bis Ende 2019 fertig zu sein“, gibt Schulze einen Ausblick. Dass das durchaus noch ein bisschen hin ist, sei ihm bewusst: „Aber dadurch, dass wir viel in Eigenleistung machen werden, dauert es eben länger.“ 76 000 Euro sollen so gespart werden, in dem zum Beispiel Teile der Entwässerungs- und Abbrucharbeiten selbst übernommen werden. Darüber hinaus bringt der Verein mit seinen 80 Mitgliedern 46 000 Euro an Eigenmitteln ein.

Insgesamt gut 740 000 Euro soll das ehrgeizige Projekt kosten. Finanziert wird das neben dem Vereinsanteil auch durch Fördermittel aus den Programmen Leader (230 000 Euro) und dem Stadtumbau in Hessen mit gut 151 600 Euro sowie dem Programm „Region schafft Zukunft“ des Kreises (30 000 Euro). Darüber hinaus wird noch ein Kredit von 236 000 Euro zur restlichen Finanzierung aufgenommen.

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