Bestandsanalyse in Meißner: Vereinsleben und Ortskerne gut, aber Bevölkerung überaltert

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Alleinstellungsmerkmal: Eine Mohnblüte wie im Mohndorf Germerode ist bundesweit eine Rarität. Das touristische Potenzial des Meißner-Ortsteils sticht in der Bewertung hervor. 

Die einzelnen Ortsteile als Wohn- und Lebensorte noch weiter attraktivieren und funktionierende Dorfgemeinschaften schaffen sind die Ziele des Entwicklungskonzeptes in Meißner.

Eine gelungene Dorfentwicklung lebt von der Bürgerbeteiligung – und in der Gemeinde Meißner wird dieser Prozess trotz der Coronakrise engagiert vorangetrieben. „Wir befinden uns aktuell im Prozess zur Aufstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK)“, sagt Bürgermeister Friedhelm Junghans. Erklärte Ziele: „Bisher wurden eine Bestandsanalyse, eine digitale Auftaktveranstaltung, eine Online-Befragung und Ortsrundgänge in allen sieben Ortsteilen durchgeführt“, erklärt Friedhelm Junghans.

Wir fassen die ersten Ergebnisse in Auszügen zusammen.

Die Online-Umfrage

219 Einwohner, knapp acht Prozent der Bevölkerung Meißners, haben sich an einer Online-Umfrage beteiligt (Stand: 16. Mai). Besonders in Wolfterode und Wellingerode war die Beteiligung eine sehr gute. Eine positive Gesamtbewertung der Ausgangslage erfuhren die Orte Abterode und Germerode. Als Schwächen in so gut wie allen Ortsteilen ausgemacht wurden Busanbindungen, die Breitbandversorgung sowie die Angebote für die Jugend und an Arbeitsplätzen.

Die Bestandsanalyse

Einen Einwohnerrückgang von 19 Prozent in den vergangenen 25 Jahren musste die Gemeinde Meißner verkraften – allerdings: 2018 gab es erstmals wieder mehr Zuzüge als Wegzüge. Das Durchschnittsalter von 49,9 Jahren liegt weit über dem Landesdurchschnitt von 43,8 Jahren. Besonders die 25- bis 45-Jährigen sind in Meißner schwach vertreten.

. Freiwilliges Engagement: Das Vereinsleben in der Gemeinde ist rege – insgesamt 42 Vereine gibt es. Besonders in den kleineren Ortsteilen ist die Beteiligung sehr hoch.

. Städtebau: Gut erhaltene Ortskerne zeichnen Meißner aus. Abterode, Germerode, Weidenhausen und Wellingerode aber haben mit Leerständen zu kämpfen.

Besonderer Sanierungsbedarf besteht im alten Ortskern von Abterode (Kirchenumfeld).

.Nahversorgung: Grundversorger sind in Abterode und Germerode ansässig. Vollsortimenter sind in der nahen Kreisstadt Eschwege gut erreichbar.

Die Ortsrundgänge

Abterode: Als verbesserungsbedürftig wird die Verkehrssituation Steinweg/Hinterweg bemängelt. Die Freizeitanlage Rehberg könnte erweitert werden.

Alberode: Angestrebt werden solle neben der Kirchenumfeldgestaltung die Spielplatzerneuerung.

Germerode: Entwicklungspotenzial wird in den Leerständen erkannt.

Hervorzugheben ist die „Neue Mitte Germerode“, ein Wohnprojekt.

Vockerode: Der Ort hat touristisches Potenzial, etwa mit Brunnen, Nonnenpfad und „Sheriff-Bude“.

Weidenhausen:Ein Jugendtreffpunkt fehlt – außerdem gibt es Potenzial für die Innenentwicklung wegen der Leerstände am südöstlichen Ortsrand.

Wellingerode: Gelobt wird die generationenübergreifende Gemeinschaftswerkstatt. Leerstand gibt es aber auch hier.

Wolfterode: Das DGH inklusive des Umfelds solle weiterentwickelt werden.

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