Investitionen von 147.000 Euro nötig 

Besucherbergwerk Grube Gustav in Gefahr

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Bergmanns-Arbeit zum Anfassen: Mit Hammer und Schlägel wurden die Vorkommen einst in der Grube Gustav abgebaut. Heute ist sie für Besucher geöffnet. Doch das hautnahe Erleben ist in Gefahr.

Abterode. Der Fortbestand der Grube Gustav bei Abterode ist in Gefahr. Aufgrund rissiger Beleuchtungskabel muss das Besucherbergwerk saniert werden, die Schätzung der Kosten beläuft sich auf gut 147.000 Euro.

„Wenn wir die komplett alleine stemmen müssen, wird es schwierig, die Grube auch weiterhin als Besucherbergwerk öffnen zu können“, macht Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans klar. Seine Gemeinde betreibt die Grube und ist damit auch für die Gewährleistung der Sicherheit verantwortlich.

Bereits seit mehreren Monaten ist bekannt, dass es an einigen der Kupferkabel Risse in der Ummantelung gibt. „Das betrifft aber nur die äußere Schicht, die beiden darunter liegenden sind nach wie vor intakt“, erklärt Junghans. Der Berührungsschutz sei deshalb nach wie vor gegeben – könnte aber verloren gehen, weshalb die Bergaufsicht bis Ende April ein Sanierungskonzept fordert, das bis spätestens Ende dieses Jahres umgesetzt werden soll. Ansonsten müsste der Betrieb eingestellt werden.

Das ist weder Anliegen der Gemeinde noch des Fördervereins. Beide haben intensiv nach einem Unternehmen gesucht, das ein Sanierungskonzept erstellen kann. Gefunden wurde das in der Firma Cave Lighting, die sich auf die Beleuchtung von Höhlen spezialisiert und die ihr Angebot für eine neue Beleuchtungsanlage bereits abgegeben hat. Die Grobkostenschätzung beläuft sich auf knapp 147.000 Euro.

„Wir prüfen jetzt, ob wir Fördermittel aus touristischen und energetischen Bereichen eintreiben können“, erklärt Junghans das weitere Vorgehen. Dass diese möglicherweise in einer Höhe bis zu 70 Prozent gewährt werden, sei nicht ganz unwahrscheinlich: Mit der neuen Beleuchtungsanlage, die statt der jetzigen Kupferkabel dann aus modernen LEDs bestehen würde, würde eine 90-prozentige Energieeinsparung erzielt werden. „Und auch aus touristischer Sicht würde sich eine merkliche Verbesserung ergeben, weil die Grube dann viel besser ausgeleuchtet und in Szene gesetzt werden könnte“, sagt Junghans. Sollte es die 70 Prozent Fördermittel tatsächlich geben, geht er davon aus, dass die verbleibenden gut 44.000 Euro von der Gemeinde gestemmt werden könnten.

Einer, den das freuen würde, ist Peter Ströhlein. Der Bergwerksführer hat im vergangenen Jahr zusammen mit seinen Kollegen gut 5000 Besucher durch die Stollen geführt und kennt die Grube in- und auswendig. Er ist zuversichtlich, dass es mit den Fördermitteln klappt. „Die Grube ist ein Kulturgut, das erhalten bleiben muss.“

Trotz der Mängel kann die Grube Gustav Mitte März in die neue Saison starten. Dadurch, dass zwei der drei Schichten der Kabel noch intakt seien, sei die Sicherheit gewährleistet, sagt Friedhelm Junghans. Natürlich werden die rissigen Kabel dennoch überprüft: Einmal im Monat werde anhand einer Isolationsmessung festgestellt, ob der Berührungsschutz noch gegeben sei.

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