Der Mensch steht an erster Stelle

Care-Woche: Landfrauen aus Germerode übergeben Unterschriftensammlung

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Hildegard Schuster, Präsidentin der hessischen Landfrauen (links), war zu Gast bei den Landfrauen Germerode.

Germerode – „Wir Landfrauen machen viel mehr als Kuchen backen und Kaffee kochen, wir wollen Dinge für die Gesellschaft ändern“, erklärt Susanne Pfetzing von den Landfrauen Germerode. Am Donnerstagnachmittag war Hildegard Schuster, Präsidentin der hessischen Landfrauen, im Rahmen der Care-Woche in Germerode zu Gast.

Die Germeröder Landfrauen sammelten in den vergangenen Tagen fleißig Unterschriften für die Petition des Landfrauenverbandes Hessen: „Die Corona-Pandemie hat viele Fehlentwicklungen im deutschen Gesundheitssystem deutlich gemacht. Etwa ging es in den vergangenen Jahren immer nur um die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem. Statt Gesundheit und Wohlergehen der Menschen stehen Gewinne an erster Stelle“, erklärt Hildegard Schuster.

Die hessischen Landfrauen fordern in ihrer Petition „Neuorientierung im Gesundheitswesen – zuerst der Mensch“, unter anderem ein neues Finanzierungsmodell für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Gesundheitsämter und Labore besser auszustatten und die Rahmenbedingungen für die Pflegenden grundlegend zu verbessern. „Durch Corona wurden viele Missstände aufgedeckt, wir wollen den Frauen eine Stimme geben und uns einbringen“ so Susanne Pfetzing weiter.

"Toll eingebracht und toll engagiert"

„Die Landfrauen hier vor Ort in Germerode haben sich toll eingebracht und sich engagiert, es ist wichtig, dass wir gesehen werden“, lobte Präsidentin Hildegard Schuster. „Wir sind der größte Bildungsträger im ländlichen Raum und informieren unsere Mitglieder über viele verschiedenen Themen, die Schwerpunkte legt dabei jeder Verein selbst“, erklärt Bezirksvorsitzende Martina Thiele-Sommerlade.

Im Winterhalbjahr gibt es bei den Landfrauen alle zwei Wochen einen Vortrag zu Themen wie Ernährung, Politik, Gesundheit, Kreatives oder Reisen. „Wir freuen uns, dass es bald wieder losgehen kann, in unserem Dorfgemeinschaftshaus haben wir zum Glück genügend Platz, um die Abstände einhalten zu können, sodass unsere geplanten Veranstaltungen stattfinden können“, so Susanne Pfetzing.

Am Samstag werden die zwei Care-Wochen mit einem Gottesdienst, unterstützt durch Musikerin Anke Conrad aus Witzenhausen, um 16 Uhr im Verweilgarten am Kloster Germerode abgeschlossen. „Wir sind sehr zufrieden und haben tolle Aktionen und Gespräche erlebt“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises, Thekla Rotermund-Capar. In den Care-Wochen sollten die Bedeutungen traditioneller Institutionen wie Staat und Familie und deren Beziehungen zueinander in ein anderes Licht rücken.

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