Krönung auf Europaebene

Dorferneuerungspreis: Jury bereist Germerode – „Positiver erster Eindruck“

Ziehen durch das Dorf: Viele Germeröder haben die Jurymitglieder des europäischen Dorferneuerungswettbewerbs bei ihrem Rundgang durch den Ort begleitet. Fotos:  Wüstefeld

Germerode. Die Jury des Dorferneuerungspreises war zu Gast in Germerode. Erster Eindruck: "Positiv." 

Schon nach wenigen Minuten war klar: Der gesteckte Zeitplan kann so nicht eingehalten werden, wenn es in diesem Tempo weitergeht. Denn bereits nach dem ersten Punkt – der Begrüßung und einer Filmvorführung im Mohnkino – zeigte die Uhr 15 Minuten später an, als sie eigentlich sollte.

Doch davon ließen sich die Germeröder nicht aus der Ruhe bringen: Bei der Bereisung der Jury des europäischen Dorferneuerungspreises am Mittwochvormittag wurde die verloren gegangene Zeit während der anschließenden Fahrt mit den Mohnschnecken durch das Dorf einfach wieder aufgeholt. Denn verlängern konnte man den Besuch der beiden Jurymitglieder aus Tschechien und Österreich nicht: Vier Stunden durfte der Besuch dauern, und keine Minute länger.

Die waren gut gefüllt: Schon im Vorfeld des Bereisungstermins gab es eine intensive Vorarbeit, um Germerode bestmöglich zu präsentieren. „Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist schon eine Krönung“, richtete Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans zu Beginn seine Worte an die Jurymitglieder und die gut 50 Einwohner und Vereinsvertreter, die mit durch das Dorf zogen. Er spielte damit auf die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft an; dort wurden bis zur Bundesebene alle Entscheide gewonnen und am Ende der zweite Platz erreicht.

Und auch für Ortsvorsteherin Ulrike Zindel sei „es eine Ehre für ein so kleines Dorf, Hessen und Deutschland bei diesem europäischen Wettbewerb zu vertreten“. Zusammen mit den Germerödern wolle sie aufzeigen, welch schöpferische Kraft in ihrem Ort ruht und vor allem auch genutzt wird.

Das wurde dann auch getan: Das Forsthaus war ebenso Ziel der Gruppe wie das Kloster und das Gewerbegebiet, auch das Trinkwassermuseum und die Vereinsheime durften nicht fehlen. Große Rollen spielten natürlich auch der Mohn – der in Form von süßen Küchlein sogar verköstigt werden konnte – sowie der Bergwildpark; und auch die Dorfmitte wurde besucht, um den bereits errichten Dorfladen und die gerade im Bau befindlichen barrierefreien Wohnungen zu besichtigen.

Mehrere Kriterien

Bei den beiden Jurymitgliedern kam das zumindest schon einmal gut an: „Der erste Eindruck ist durchaus positiv“, sagten beide und verwiesen zum Beispiel auf die hohe Authentizität, die sich hinter dem Konzept des „wunderschönen“ alten Forsthauses verberge. Was beiden noch wichtig sei: wie die bereisten Dörfer in Zeiten der Landflucht ihren Weg und eine Nische finden, mit der sie sich vermarkten können. Daneben spiele natürlich auch die Infrastruktur eine Rolle, besonderes Augenmerk werde zudem auf die Bürgerbeteiligung gelegt: „Es ist uns wichtig zu sehen, was aus den Stärken und Schwächen gemacht wird.“ Ebenfalls entscheidend: was der Ort für den regionalen Kontext bewirken kann.

• Mehr als 20 Dörfer werden bereist. Wer den Preis gewinnt, soll Ende Juni bekannt gegeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare