Fehlalarme füllen Kasse der Gemeinde Meißner

Seit zehn Jahren im aktiven Dienst: (großes Foto) Detlef und Elke Hellwig, Michaela Hiebenthal, Kerstin Lehmann, Ramona Junker und Ilona Ludwing. Es gratulieren Gemeindebrandinspektor Manfred Felmeden (hinten, links) sowie Bürgermeister Friedhelm Junhans, Norbert Junghans und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Eisenträger. Mit Gold ausgezeichnet (kleines Foto): Friedhelm Junghans pinnt Dirk Lehmann das Brandschutzehrenzeichen am Band an die Brust. Fotos: Weber

Germerode. Für die sieben Ortsteilwehren in der Gemeinde Meißner sind sie ein Fluch und ein Segen zugleich: Fehlalarme. Von den 71 Einsätzen, zu denen die Wehren im vergangenen Jahr ausrückten, waren zwölf Fehlalarme. Was für die Kameraden, die ihre Freizeit opfern, eher ärgerlich ist, darüber freut sich die Gemeinde allerdings. „Durch die Fehlalarme hat die Gemeinde eine neue Einnahmequelle entdeckt", sagte Gemeindebrandinspektor Manfred Felmeden.

„Jeder Fehlalarm kostet 600 Euro. Alle kostenpflichtigen Einsätze, die von der Feuerwehr Meißner abgearbeitet wurden, haben der Gemeinde bis jetzt also 12 000 Euro eingebracht.“ Und da hieße es immer, die Feuerwehr koste nur, fügte er hinzu. Bei den meisten Fehlalarmen war offenbar die Firma Bohn der Auslöser, die sich mit einem Hoffest bei den Kameraden entschuldigte. Die großen Themen der Wehren in Meißner, an die auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung erinnert wurde, waren darüber hinaus der Neubau des Gerätehauses in Vockerode, die Neuanschaffung eines Fahrzeugs in Abterode und die Planung der Neuanschaffung eines Fahrzeugs in Vockerode.

Manfred Felmeden kritisierte, dass die Anforderungen an Mensch und Technik immer höher würden. „Hier muss gesagt werden, dass die vielfältigen Aufgaben, die an die Freiwilligen Feuerwehren gestellt werden, ihre Grenzen erreicht haben, um diese noch wirkungsvoll ehrenamtlich durchführen zu können.“ Eine neue Aufgabe hat sich die Feuerwehr jedoch selbst gestellt, worüber Jaqueline Felmeden fundiert berichtete: Marketing. So möchte der Kreisfeuerwehrverband eine große Kampagne starten, um das eigene Image zu verbessern und neue Mitglieder zu werben. Dazu bilden die Wehren zunächst Medienexperten in den eigenen Reihen aus, um dieses Themenfeld fachkundig beackern zu können.

100 neue Aktive bis 2020 im Kreis hat sich der Verband vorgenommen. Eine Zielgruppe, die man gewinnen möchte, sind die sogenannten Quereinsteiger, also Menschen, die bisher noch nie etwas mit der Feuerwehr zu tun hatten und auch als Jugendliche keine Ausbildung genossen haben. Diesem Punkt stand Bürgermeister Friedhelm Junghans skeptisch gegenüber. „Quereinsteiger zu gewinnen, könnte schwierig werden“, sagte er. Er hatte eine Zahl mitgebracht, die sich sehen lassen konnte: 1,045 Millionen Euro hat die Gemeinde in den vergangenen 15 Jahren in die Feuerwehr investiert. Großen Anklang fand der Jahresbericht der Jugendfeuerwehr, die im vergangenen Jahr 35 Mädchen und Jungen betreute und über 8000 Arbeitsstunden leistete. In der Vergangenheit konnte die Jugendfeuerwehr 15 Kameraden in den aktiven Dienst übergeben.

Ehrungen und Beförderungen

Zum Feuerwehrmann und -frau wurden befördert: Sophie Lindecke, Niclas Neugebauer, Hannah Seeger, Tina Reckelkamm, Jonas Pfetzing, Marvin Schellhase, Maren Weißhaar, Thorsten Lack, Jan-Jell Böttcher, Tim Beck. Zum Oberfeuerwehrmann: Hubertus Kuntke, zum Hauptfeuwerwehrmann: Jens Röhrig und zum Löschmeister: Benedikt Kuntke. Das Feuerwehrleistungsabzeichen erhielten: Eisen: Lukas Brill, Jan Eberhardt, Benedikt Kuntke, Hubertus Kuntke, Joschua Peschke, Jannik Schindewolf. Bronze: Moritz Engelhardt, Jonas Engelhardt. Gold: Jens Thomas. Das Brandschutzehrenzeichen am Bande erhielten in Gold: Dirk Lehmann und Dirk Schott.

Versammlung aller Wehren der Gemeinde Meißner

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