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Fichtensterben: Freie Flächen im Gemeindewald von Meißner sollen aufgeforstet werden

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Von: Harald Triller

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Gemeindewald Meißner bekommt einen neuen Forstbetriebsplan. Symbol
Gemeindewald Meißner bekommt einen neuen Forstbetriebsplan. Symbol © dpa

In der Gemeinde Meißner wird sich einiges im Forstbetrieb ändern. Die Abholzung wird sich verringern. Hessen-Forst hat den Forstbetriebsplan im Gemeindeparlament vorgestellt.

Meißner - 124 Hektar Gemeindewald gibt es in Meißner. „Jeder Forstbetrieb, der über eine Fläche von 100 Hektar verfügt, muss alle zehn Jahre den Betriebsplan dem Regierungspräsidium vorlegen, denn die entsprechende Genehmigung für die nächste, wiederum zehn Jahre andauernde Epoche fällt in den Zuständigkeitsbereich dieser übergeordneten Behörde“, so die Erklärung von Hessen-Forst-Mitarbeiter Reiner Schröder zu dem Schlussbericht der Forstbetriebsplanung.

„Wir von Hessen-Forst haben von der Gemeinde den Auftrag zur Betriebsplanung erhalten und können rückblickend von einem guten Ergebnis berichten, denn die Kommune hat im letzten Jahrzehnt stets schwarze Zahlen geschrieben“, machte Reiner Schröder aber auch deutlich, dass positive Prognosen der Vergangenheit angehören. Als Grund nennt er den Klimawandel, der auch im Gemeindewald von Meißner angekommen sei.

Das Orkantief Friederike habe 2018 heftige Spuren hinterlassen, die Situation verschärfte sich weiter aufgrund von drei Trockenjahren: Die wassersüchtigen Fichten, vom Borkenkäfer befallen, sind fast komplett abgestorben. Dadurch ging über 40 Prozent des Holzvorrates verloren. Und Holzverlust koste im Umkehrschluss auch ein Vermögen. „Eine Tatsache, die auf die Gemeinde Meißner in heftiger Form niederprasseln wird, weil das Holz nicht mehr die üblichen Preise erzielt“, sagte Reiner Schröder.

Ziel sei es jetzt, so der Forstbetriebsplaner, die neuen Freiflächen wieder zu bewalden. Der Hiebsatz, der das Maß des geplanten Holzeinschlages für ein Jahr erklärt, soll sich nur noch auf 30 Prozent des Ursprungs belaufen, sodass sich die Abholzung um 70 Prozent verringert.

„Wir setzen diesbezüglich auf Nachhaltigkeit, es dürfen praktisch nur die Holzmengen geschlagen werden, die auch nachwachsen“, verdeutlichte Reiner Schröder, dass wegen des Fichtensterbens der Grundsatz verschoben wurde, um das Nachwachsen der Bäume zu sichern.

Der Wald sei nicht nur der Garant für die Holzproduktion, sondern er stehe auch für Erholungsraum sowie Klima-, Boden und Wasserschutz. Und der Gemeindewald in Meißner liegt zu großen Teilen in Bereichen der Natura 2000. Natura 2000 wurde 1992 von der Europäischen Union ins Leben gerufen und steht für ein ausgewiesenes und zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten nach den Maßgaben von Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien.

Bürgermeister Friedhelm Junghans bekräftigte: „Der Gemeindewald hat viele Funktionen und ist eine wichtige und erholsame Anlaufstelle für uns alle.“

Von Harald Triller

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