Wohin mit Ast- und Strauchschnitt?

Gemeindevertretung Meißner diskutiert über Grüngut-Sammelplatz bei Vockerode

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Zu viel für die Biotonne: Ast- und Strauchschnitt aus dem eigenen Garten. Für die Entsorgung muss ein Sammelplatz her.

Wohin mit Ast- und Strauchschnitt aus dem eigenen Garten und von kommunalen Flächen der Gemeinde Meißner?

Auf einen zentralen Sammelplatz, genauer auf eine Teilfläche des „Gelinges“ am nördlichen Ortsrand von Vockerode – so sieht es jedenfalls die aktuelle Planung vor.

Das aber sorgt für kritische Stimmen aus den Reihen der Gemeindevertretung, die am Donnerstagabend zu ihrer ersten Sitzung nach dem Corona-Lockdown in der Mehrzweckhalle von Abterode zusammentrat.

Das Projekt

Der Abfallzweckverband des Werra-Meißner-Kreises plant im Zuge der Umsetzung des Grüngut-Konzepts „Holzige Biomasse“ die Einrichtung von Sammelplätzen in allen 13 Mitgliedskommunen (wir berichteten). Auf diesen Plätzen soll holziges Grüngut (Ast- und Strauchschnitt) kurzzeitig gelagert, im Falle der Gemeinde Meißner aber nicht verarbeitet beziehungsweise geschreddert werden.

Die Fläche

Der Standort „Gelinge“ wird bereits seit Jahren zu Lagerzwecken genutzt – allerdings lagen dafür bislang noch keine bau- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen vor. „In Absprache mit den Genehmigungsbehörden ist neben einer naturschutzrechtlichen Genehmigung eine Anpassung des Flächennutzungsplans erforderlich“, erklärte Friedhelm Junghans. Eine erste Offenlegung ist mittlerweile erfolgt; bis auf Einwände der Tennet seien keine entscheidenden Hinweise erfolgt, die gegen das Projekt sprechen. Tennet und Transnet BW bemängelten, dass die Lage des Sammelplatzes einer möglichen Südlink-Trassenführung im Wege stehe.

Die Kritik

Der Fakt, dass es sich bei der angestrebten Fläche im „Gelinge“ um einen reinen Sammelplatz handele, auf dem aber nicht geschreddert werden dürfe, sorgt bei allen Fraktionen der Gemeindevertretung für Stirnrunzeln. „Der weitere Entsorgungsweg des holzigen Grünguts ist ein ungewisser“, mahnte Friedrich Arnoldt (CDU). Die Gemeinde müsse sich in Acht nehmen, nicht etwa „ein aufgeblähtes Ding eines Zwischenlagers“ zu schaffen, das einen zu großen Verwaltungsaufwand nach sich ziehe. Trotzdem strebe die CDU rechtlich geordnete Verhältnisse an und stimme daher dem weiteren Verfahrensablauf zu.

In weiten Teilen stimmte Rolf Nickel (SPD) mit seinem Vorredner überein – „Möglicherweise ist es auch sinnvoll für die CO2-Bilanz, das holzige Grüngut direkt nach Weidenhausen zu bringen, wo es sofort verarbeitet werden kann“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Uwe Sommermann, Vorsitzender derÜWG-Fraktion, betonte: „Letztlich geht es darum, dem Bürger eine Möglichkeit zu geben, seinen Grünschnitt kostenfrei loszuwerden.“

Wie schon die CDU und SPD zuvor spreche sich auch die ÜWG-Fraktion für eine zweite Offenlegung aus.

Vor-Ort-Termin

Stand jetzt könne die Gemeinde dem Bürger keinen rechtssicheren Entsorgungsweg für das holzige Grüngut anbieten, stellte Bürgermeister Friedhelm Junghans klar. „Die Kommune muss aber ein Angebot schaffen.“ Zudem sei das Ablagern im „Gelinge“ kostenfrei; die Entsorgung auf der Deponie Weidenhausen aber kostenpflichtig.

Um alle Unklarheiten zu beseitigen, wird nun ein Vor-Ort-Termin anberaumt.

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