Bergaufsicht sieht Sicherheit gefährdet

Genehmigung verweigert: Besucherbergwerk Grube Gustav in Abterode darf nicht öffnen

+
Die Grube Gustav gewährt den Besuchern Einblicke in die Arbeit der Bergmänner. Weil die Bergaufsicht die Sicherheit gefährdet sieht, darf das Besucherbergwerk nun nicht wie geplant am 15. März öffnen.

Abterode – Die Grube Gustav bleibt in diesem Jahr für Besucher geschlossen. Die im Regierungspräsidium Kassel angesiedelte Bergaufsicht hat die Genehmigung dazu nicht erteilt.

Grund dafür ist die seit Jahren sanierungsbedürftigen Beleuchtungsanlage im Inneren des Besucherbergwerkes. Nach Ansicht des Tüv Hessen lasse der Zustand der rissigen Kabel einen sicheren Weiterbetrieb nicht mehr zu. Noch vor einer Woche hatte die Gemeinde Meißner als Betreiberin der Grube angekündigt, das Besucherbergwerk trotz der bis dato ausstehenden Genehmigung zum geplanten Saisonstart am Freitag zu öffnen

„Aus Sicht der Bergbehörde ist eine Befahrung des Besucherbergwerks Grube Gustav nun nur noch zur Durchführung von Instandsetzungsarbeiten möglich“, sagte Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel (RP). Die diesjährige Saison müsse daher ausfallen. Erst wenn die Beleuchtungsanlage erneuert wurde, darf das Besucherbergwerk wieder öffnen.

Tüv hat 2016 Mängel festgestellt

„Ich bin stinksauer“, sagte Friedhelm Junghans, Bürgermeister der Gemeinde Meißner, die das Besucherbergwerk betreibt. „Die technische Begründung für diese Entscheidung fehlt.“ 2016 hatte der Tüv Hessen erhebliche Mängel bei der Beleuchtungsanlage festgestellt. Junghans zufolge habe die Gemeinde damals die Erlaubnis erhalten, die Grube Gustav weiterhin für Besucher zu öffnen, solange die Werte der Isolationsmessungen den Anforderungen entsprechen.

„Es ist den Mitarbeitern des Bergdezernats bewusst, dass diese Entscheidung in der Gemeinde wenig Beifall findet“, sagte Conrad. Im Vordergrund stehe aber die Sicherheit der Menschen. Conrad untermauerte die Begründung mit einem kürzlich abgeschlossenen Gerichtsprozess, dessen Gegenstand die Folgen einer mangelhaften Elektroinstallation waren. In diesem Fall kam ein vierjähriger Junge durch einen Stromschlag an der Kasse eines Hamburger Supermarktes vor drei Jahren ums Leben.

Gemeinde wartet noch auf Fördergelder

Für die Besucher der Grube Gustav bestehe nach Ansicht von Bürgermeister Junghans keine Gefahr: „Die Situation ist die gleiche wie noch vor einem Jahr. Die Werte haben sich nicht verschlechtert.“ Umso ärgerlicher sei die verweigerte Genehmigung, weil die Gemeinde es nicht zu verantworten habe, dass die Kabel noch nicht ausgetauscht wurden. Um die Kosten in Höhe von 150 000 Euro stemmen zu können, hatte sie sichbereits im Juli bei Bund und Land um Fördermittel beworben. Noch immer wartet die Gemeinde auf die Bewilligung, mit der erst im April zu rechnen ist.

Für die Besuchersaison 2019 sei das zu spät. Selbst wenn die Arbeiten nach der Bewilligung schnellstmöglich erledigt werden, könne davon ausgegangen werden, dass Besucher erst nach dem Ende der Sommerferien wieder in die Grube Gustav hinabsteigen können. „Dann ist die Saison für uns hin“, sagte Junghans. Denn diese endet aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter stets am 31. Oktober.

„Wir geben uns noch nicht geschlagen“, kündigte Junghans an. Die Gemeinde werde nun versuchen, mit dem RP eine Lösung auszuhandeln, mit der sie das Besucherbergwerk solange öffnen kann, bis die Sanierungsarbeiten beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare