Räume von Communität angemietet

Geo-Naturpark zieht mit Zentrale und Tourist-Info ins Kloster Germerode ein

Vorbereitungen laufen: (von links) Maler und Lackierer Mario Mohr und Meister Ulrich Kistner.
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Vorbereitungen laufen: (von links) Maler und Lackierer Mario Mohr und Meister Ulrich Kistner.

Das Kloster Germerode bekommt einen neuen Mieter. Schon im Dezember zieht der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land mit Tourist-Info und Büros in die Räume der Communität.

Germerode - Angekündigt hatte das bereits Landrat Stefan Reuß als Vertreter des Zweckverbandes in der vergangenen Woche im Kreistag. Auch Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, und Wolf-Arthur Kalden, Vorsitzender des Vereins Kloster Germerode, bestätigten das.

Die Geschäftsstelle wird ab 1. Januar am Start sein und die Tourist-Info ab April 2021, teilt Lenarduzzi mit. „Wir waren auf der Suche nach einem Ort, der unsere Aktivitäten widerspiegelt“, erklärt der Geschäftsführer. Im Kloster Germerode und mit dem Verein Kloster Germerode als Vermieter sei man fündig geworden. Der Ortsteil liege nicht nur zentral im Geo-Naturpark, er sei mit Mohnblüte, Wildtierpark und Kloster auch ein touristischer Aniehungspunkt.

„Er ist wie für uns gemacht.“ Nicht zu vernachlässigen sei, dass die Arbeit mit dem Klosterverein positiv verlaufe. „Wir sind auf offene, aufgeschlossene Menschen getroffen“, freut sich der Geschäftsführer des Geo-Naturparks.

Froh über die neue Partnerschaft ist nicht nur Lenarduzzi. Auch Kalden freut sich: „Wir haben intensiv nach einem Nachfolger für die Communität Koinonia gesucht.“ Die Glaubensgemeinschaft, die innerhalb der evangelischen Landeskirche angesiedelt ist und weitere Häuser in Hermannsburg, Heidelberg und Mahikeng (Südafrika) hat, ist vor etwa einem Jahr ausgezogen, weil die Mitgliederzahl am Standort Germerode stark zurückgegangen war – zum Schluss waren es noch zwei Mitglieder. Gerne hätte man auch wieder eine kirchliche, geistliche Gemeinschaft aufgenommen, erzählt Kalden über die Suche nach einem neuen Mieter. „Die Communität war ein guter Mieter und die Mitglieder haben das Kloster belebt.“

Für den Verein und das Kloster sei aber auch eine schnelle und wirtschaftlich tragfähige Lösung wichtig gewesen, so der Vorsitzende. Denn durch die Mietausfälle sei der Verein arg strapaziert worden.

„Gott sei Dank kam Lenarduzzi“, erzählt Kalden. Er ist froh, dass sich die Klostergesellschaft mehrheitlich für den Geo-Naturpark Frau-Holle-Land entschieden hat. Interessiert hatte sich der Geschäftsführer des Geo-Naturparks für das Kloster als neuen Standort, als er hörte, dass die Communität auszog. Anfang des Jahres wurden die Gespräche ernster, seit Mitte Oktober finden Arbeiten des Mieters im Gebäude statt. Zwölf Büroplätze werden aktuell vorbereitet. „Wir benötigen einen Kristallisationspunkt, einen Ort zum Austausch“, so Lenarduzzi.

Der Geo-Naturpark zieht mit seiner Zentrale und Tourist-Info von Eschwege nach Germerode um

Nun käme der in eine „attraktive, moderne Immobilie“. Das Gebäude sei gerade mal zehn Jahre alt und so hätte der Geo-Naturpark wenig Investitionen. Umbau und Einzug gehen schnell. Dadurch müsse man sich nicht zu lange mit einem Gebäude beschäftigen, zeigt sich Lenarduzzi erfreut. Stattdessen könnte sich der Naturpark und seine Mitarbeiter auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren: auf all das, was draußen passiert.

Lediglich die Gestaltung der Tourist-Info wird länger dauern, sodass sie im April 2021 öffnen wird. Sie müsse noch eingerichtet werden, wofür wiederum Fördergelder notwendig seien.

Klosterverein und Geo-Naturpark stehen im engen Austausch als Partner, erklären Kalden und Lenarduzzi. Denn es solle inhaltliche Kooperationen geben und die Atmosphäre des Klosters solle erhalten bleiben. „Es ist ein besonderer Platz“, sind sich die beiden einig. (Hanna Maiterth)

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