Göttinger Großbäckerei bezieht jetzt jährlich fünf Tonnen Mohn aus Germerode 

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Per Handschlag besiegelten Geschäftsführer Thorsten Ruch (links) und Björn Sippel (rechts) den Vertrag, der eine jährliche Lieferung von fünf Tonnen umfasst. Überreicht worden sind die ersten 20 Kilogramm von Mohnfee Lena Sippel.

Germerode. Die Göttinger Großbäckerei Ruch bezieht ab sofort ihren gesamten zu verarbeitenden Mohn vom Meißnerhof aus Germerode. Zudem konnte Besitzer Björn Sippel auch den Schwälmer Brotladen aus dem Schwalm-Eder-Kreis als Kunden gewinnen.

Mit geschlossenen Augen an der Blüte riechen, mit Daumen und Zeigefinger an dem schlanken, haarigen Blütenstiel reiben: Die Mohnblüte in Germerode und Grandenborn ist bereits mit vielen Sinnen erlebbar. Auch der Geschmacksnerv wird durch diverse Mohn-Produkte wie Öl, Nudeln und Pesto bereits angesprochen; die beiden regionalen Bäckereien Wolf und Stange verarbeiten die Samen zudem in ihren Brötchen und Kuchen. Gut 7000 Kilogramm Mohn werden jährlich für all diese Produkte gebraucht. Jetzt hat der Germeröder Landwirt Björn Sippel zwei weitere Großkunden für sein Produkt gewinnen können: die Göttinger Großbäckerei Ruch mit knapp 70 Filialen in Nordhessen und Südniedersachsen und den Schwälmer Brotladen aus Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis). 

„Das war schon ganz schön viel Akquise“, gibt Björn Sippel zu und lacht. Umso mehr freut er sich, dass er den in Germerode und Grandenborn bei der mittlerweile bundesweit bekannten Mohnblüte gewonnenen Mohn auch über die Grenzen des Werra-Meißner-Kreises hinaus verkaufen kann. „Das ist ja auch Werbung für unsere Region.“ 

Während der Schwälmer Brotladen bereits seit Oktober des vergangenen Jahres gut 200 Kilogramm monatlich bezieht, gehen fortan auch fünf Tonnen übers Jahr verteilt nach Göttingen zu der Bäckerei Ruch, abgepackt in je 20 Kilogramm-Säcken. Das entspricht dem gesamten Jahresverbrauch an Mohn des Großunternehmens. Den ersten Sack davon hat Inhaber Thorsten Ruch jetzt stilecht von keiner geringeren als der Mohnfee Lena überreicht bekommen – alle weiteren bringt ihr 45-jähriger Vater Björn Sippel fortan persönlich zur weiteren Verarbeitung in die südniedersächsische Universitätsstadt. 

Denn auch schon vorher ist so gut wie jeder Mohnsamen durch seine Hände gegangen: Selbst ausgesät, ist Sippel auch für die Ernte und den weiteren Verarbeitungsprozess zuständig. So gibt es eine Vorreinigung, anschließend eine Trocknung. Während der Einlagerung muss er dann alle vier bis sechs Wochen umgewälzt werden, damit er atmen kann. Und vor der Vermarktung wird er dann noch einmal gereinigt. „Da steckt schon viel Arbeit dahinter.“ Wir haben schon ein Interesse daran, regionale Produkte zu vermarkten.“ 

Jan Philipp Gresens Bäckerei Ruch Die Bäckerei Ruch weiß das zu würdigen: „Wir haben schon ein Interesse daran, regionale Produkte zu vermarkten“, sagt der kaufmännische Leiter Jan Philipp Gresens. Unkompliziert sei die Zusammenarbeit zwischen Sippel und der Bäckerei Ruch per Handschlag besiegelt worden.

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