Engagement vor allem für das Elternhaus für das krebskranke Kind

Helga Först im Alter von 65 Jahren gestorben 

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Ist im Alter von 65 Jahren gestorben: Helga Först

Weidenhausen. Helga Först ist am Sonntag im Alter von 65 Jahren gestorben. Die Weidenhäuserin hinterlässt nicht nur in ihrer Wahlheimat eine Lücke, die kaum jemand zu füllen vermag.

Innerhalb der Kreisgrenzen vor allem für ihr soziales und politisches Engagement bekannt, werden ihr Name und ihr Engagement auch über diese Grenzen hinaus in Erinnerung bleiben: Als Mitbegründerin hat sie sich bis zuletzt für das Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen eingesetzt.

Denn das Elternhaus gab ihr einst eine zweite Heimat: Als ihr Erstgeborener unheilbar an Krebs erkrankte, fanden Helga und ihr Mann Helmut in dem Elternhaus nicht nur ein Bett nahe des Klinikums und somit ihres Sohnes, sondern auch eine sozialpädagogische Betreuung für sich und ihren zweiten Sohn – „was genauso wichtig ist wie die Pflege des erkrankten Kindes“, sagte Helga Först vor gut einem Jahr über ihr Engagement im Elternhaus, in dessen Vorstand sie lange Zeit tätig war. Jetzt ist auch sie dem Krebs erlegen.

Ihre Lebenslust verloren hat sie trotz der schicksalsschweren Jahre aber nicht: Wo auch immer die gebürtige Herleshäuserin hinkam, die der Liebe wegen nach Weidenhausen zog, bestach sie durch ihre unvoreingenommene, offene und ehrliche Art und zog die Menschen in ihren Bann: „Diese Menschlichkeit, die sie so sehr ausgezeichnet hat, ist heute kaum noch zu finden“, sagt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans, der Helga Först mit einem Engel verglich, als ihr 2012 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde. „Ihr Tod ist deshalb ein ganz großer Verlust.“

Bemerkbar machen wird sich das Fehlen der Frau, deren Engagement im Elternbeirat im Kindergarten begann und die sich für alle Vereine im Dorf einsetzte, auch auf politischer Ebene: Erst im Weidenhäuser Ortsbeirat, dann in der Gemeindevertretung und in der SPD aktiv, mischte sie auch auf Kreisebene mit – und schaffte es auch in schwierigen Diskussionen, die Gemüter durch ihr Talent des Zuhörens und des Tippgebens wieder zu beruhigen.

„Helga Först zeichnete sich dadurch aus, dass sie immer ein offenes Ohr hatte“, erinnert sich Landrat Stefan Reuß voller Wärme an die Weidenhäuserin zurück, die mit im zusammen 2001 im Kreistag angefangen hatte. „Auch dann, wenn es ihr selbst mal nicht so gut ging.“ Nach wie vor tief beeindruckt sei er von ihrer Stärke, auch was ihr Engagement für das Elternhaus für das krebskranke Kind angehe.

Dort wird man Helga Först ebenfalls schmerzlich vermissen. „Mit ihrer warmen und offenen Art war sie uns ein großes Vorbild“, bringt der zweite Vereinsvorsitzende Otfried Gericke die zahlreichen positiven Eigenschaften von Helga Först auf den Punkt. „Sie wird uns in jeder Hinsicht sehr fehlen.“

• Die Trauerfeier zur Einäscherung findet am Donnerstag, 12. Oktober, um 14 Uhr in der Friedhofskapelle in Weidenhausen statt.

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