Stepper statt Bretter

Skifreunde bereiten sich auf den Ernstfall vor: genügend Schnee für eine Abfahrt auf dem Hohen Meißner

Anstrengend: Mit Stepperbrettern wird – neben verschiedenen Bodenübungen – das Rauf- und Runtergehen geübt. Foto: Schöggl

Vockerode. Alle Jahre wieder beginnt das Warten auf den Schnee. Auch wenn der ein oder andere in den vergangenen Tagen schon die Langlaufskier umgeschnallt hatte, kann man von einer Hangabfahrt auf dem Hohen Meißner bisher nur träumen.

Doch diese kleine Behinderung fürs Skifahren soll niemandem als Ausrede dienen, die tägliche Dosis Sport auf den Griff zur Fernbedienung zu reduzieren: Die Skifreunde Vockerode bieten mit Trainerin Marion Gleichmar ab sofort jedem regelmäßig die Gelegenheit, sich bis an seine sportlichen Grenzen zu fordern – und vor allem darüber hinaus.

„Ab diesem Jahr treffen wir uns wöchentlich Donnerstagabend um 19.30 Uhr für eine Stunde im Dorfgemeinschaftshaus Vockerode, um uns auf die Saison vorzubereiten“, sagt Rainer Köhler, einer der Vorsitzenden der Skifreunde. Bei dem Training bereiten sich die Wintersportfans zwar auch auf den Skilanglauf vor, aber der Fokus liegt auf der Hangabfahrt – schließlich bietet der Hohe Meißner die steilste Abfahrtsstrecke Nordhessens.

Um in Topform zu sein, kommt es darauf an, den gesamten Körper von den Zehen bis zu den Lachmuskeln zu stählen: Bei einem ausdauerbedingten Auf und Ab der Gefühle – im wahrsten Sinne des Wortes – wird mit Stepperbrettern neben verschiedenen Bodenübungen das Rauf- und Runtergehen geübt, aber kaum jemand hätte gedacht, dass das so schwer sein kann: Mit „Du willst noch nicht aufhören!“ und „Halten, halten, halten!“ schafft Gleichmar es, jeden zu animieren, sein Bestes zu geben und das Tempo anzuziehen.

Durch die Anrede mit einem „Du“ hat dabei jeder Teilnehmer das Gefühl, seinen persönlichen Coach, der kein Schlappmachen erlaubt, im Nacken sitzen zu haben und käme somit nicht einmal auf die Idee, auch nur die Zungenmuskulatur zu entspannen. Da ist es umso erleichternder, wenn der Schlüsselbegriff „Pause“ fällt – aber nicht zu früh freuen: „Pause heißt ja nicht gleich, dass wir mit der Übung aufhören“, erklärt Gleichmar das Konzept der „aktiven Pause“.

Ein Aufhören kennen die knapp 60 aktiven Mitglieder, von denen durchschnittlich 16 zum Training kommen, nicht, denn alle haben ein Ziel vor Augen: Die Skisaison voll ausschöpfen – sobald sie denn richtig beginnt.

Von Lorenz Schöggl

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