Verfallsprozess nicht aufzuhalten

Lausebuche wird gefällt - Zustand des Naturdenkmals ist bedenklich

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Zur Erinnerung an die markante Germeröder Lausebuche soll ein sogenannter Hochstubben erhalten bleiben, das Stammholz wird in den angrenzenden Bergwildpark gebracht. Dort darf es verrotten und kann so den totholzbewohnenden Organismen als Lebensstätte zur Verfügung stehen. 

Das Naturdenkmal Lausebuche nahe dem Meißner-Ortsteil Germerode muss noch im Januar gefällt werden. Der Zustand der Lausebuche aber sei alarmierend, der Verkehr gefährdet.

Das teilt die Untere Naturschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises mit. Die Lausebuche ist seit dem 21. Juli 1936 ein gesetzlich ausgewiesenes Naturdenkmal, ortsbildprägend und nicht zuletzt ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Entscheidung, den Baum zu fällen, ist eine außergewöhnliche – schließlich sollen Naturdenkmal-Bäume ein natürliches Ende finden dürfen; begleitet nur durch entsprechende Pflegemaßnahmen zur Gesunderhaltung. Der Zustand der Lausebuche aber sei alarmierend, der Verfallsprozess nicht mehr aufzuhalten und nicht zuletzt sei auch die Verkehrssicherheit an der nahen Landesstraße 3334 gefährdet.

„Der Baum wurde jährlich durch die Behörde sowie durch extern beauftragte Gutachter überprüft. Leider wurde festgestellt, dass die Krone in den vergangenen Jahren rapide zurückgetrocknet ist“, teilt Sylvia Weinert vom Fachdienst Presse des Kreises mit. Im vergangenen Jahr war nur noch knapp ein Viertel der Krone belaubt. Trockenheit und Hitze hätten dem Baum sichtlich zugesetzt. „Hinzu kamen sicherlich die Umstände des Standorts: Wurzelkappungen beim Straßenbau und die Versalzung des Bodens durch Streusalzauswaschungen sind wahrscheinlich“, sagt Sylvia Weinert.

Weitere Symptome des Klimawandels

„Dies sind weitere Symptome des Klimawandels und zeigen deutlich auf, dass unsere Maßnahmen des Klimaschutzes – lokal, regional, global – deutlich verstärkt werden müssen“, ergänzt Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann.

Bei der Fällung wird es zur zeitweiligen Straßensperrung kommen, eine Ampelschaltung wird eingerichtet.

Hinweise auf die Geschichte des Naturdenkmals

Insgesamt stehen im Werra-Meißner-Kreis etwa 200 gesetzlich ausgewiesene Naturdenkmale. Über 150 davon sind Baum-Naturdenkmale mit insgesamt knapp 400 Einzelbäumen. Über die Germeröder Lausebuche ist wenig Historisches bekannt. Die Untere Naturschutzbehörde würde sich über Mitteilungen freuen, falls Leser über altes Bildmaterial verfügen oder Überlieferungen kennen. Kontakt: per E-Mail an stefanie.weigelmeier@werra-meissner-kreis.de.

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