Kloster Germerode

Meditationspfarrerin: Susanne Böhringer hat den begehrten Job bekommen

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Begleitet Menschen im Kloster Germerode: Susanne Böhringer ist neue Pfarrer für Meditation und geistlisches Leben.

Susanne Böhringer ist die neue Pfarrerin für Meditation und geistliches Leben im Kloster Germerode. Jetzt wurde sie in ihre neue Stelle eingeführt. Der Job war sehr begehrt. 

Viele Pfarrer hätten sich für die außergewöhnliche Pfarrstelle für Meditation und geistliches Leben im Kloster Germerode interessiert, erklärte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke. Den Zuschlag erhielt Susanne Böhringer – eine Frau, die in ihrem beruflichen Leben bereits viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt hat, als Gemeindepfarrerin, als Seelsorgerin, im Hospizdienst.

Mit einem Festgottesdienst wurde die Pfarrerin von Pröpstin Wienold-Hocke, von Dekanin Ulrike Laakmann, Pfarrerin Elisa Schneider und Prof. Dr. Helmut Fleinghaus, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Herford-Witten, in der Klosterkirche in Germerode eingeführt und herzlich willkommen geheißen. Ihre Aufgabe sei es nun, Menschen bei der Meditation zu begleiten, Kollegen zu ermuntern oder auch Pilgerreisen zu organisieren. Hinzu kommt die Erhaltung des Klosters Germerode, das zugleich ein Ort der Geschichte, Kunst und Kultur ist. Denn auch auf diesem Gebiet könne die Pfarrerin ihre Stärken einbringen.

„Susanne Böhringer hat eine Sehnsucht nach guter, geistlicher Musik“, sagte Katrin Wienold-Hocke, was auch bei der Musikauswahl zum Gottesdienst deutlich wurde. „Besonders am Herzen liegen ihr die liturgischen Gesänge armenischer Frauenchöre.“ Susanne Böhringer spielt Orgel und Klavier und ist eine passionierte Chorsängerin. Zudem bringt sie in der Kulturarbeit Erfahrungen als langjährige Geschäftsführerin der deutsch-armenischen Gesellschaft mit. „Viele Menschen hätten sich wieder einen Mann für diese Stelle gewünscht“, gab die Pröpstin zu und rief die Männer auf: „Männer, nutzt die Pfarrstelle dennoch! Auch Frau Böhringer ist dazu bereit, Männer dabei zu unterstützen, ihre Spiritualität zu entdecken.“

In ihrer Predigt thematisierte Susanne Böhringer den Raum des Klosters als Zufluchtsort, als Ort der Gegenwart Gottes, wo dieser seine Flügel ausbreite. Sie schlug den Bogen von der Funktion des alttestamentarischen Tempels als Schutzraum für Flüchtlinge und Verfolgte bis hin zur Flucht moderner Zeitgenossen vor der Hektik des Alltags. „Hier ist ein Ort der Ruhe und der Stille, in der wir aus der Unruhe des Alltags aussteigen können“, sagte sie. „Das Kloster Germerode soll ein Ort gegen die Atemlosigkeit unserer Zeit sein.“ Und das meinte die Pfarrerin auch ganz wörtlich.

Seit die Communität Koinonia im November aus dem Neubau innerhalb des Klostergeländes ausgezogen ist, gibt es freie Räume, die von Einzelgästen für eine Auszeit zur inneren Einkehr genutzt werden könnten. Im Verlauf des Jahres möchte Susanne Böhringer die Möglichkeit zum „Kloster auf Zeit“ anbieten.

Ulrike Laakmann, Dekanin des Kirchenkreises Werra-Meißner, war sich in ihren Grußworten sicher, dass unter der Leitung von Susanne Böhringer in Germerode alles, was entlang alter und neue Wege gewachsen sei, weiter gedeihen und aufblühen werde. „Ich bin mir außerdem sehr sicher, dass sie ihren ganz eigenen Ton in diesen Resonanzraum einbringen wird“, sagte Ulrike Laakmann. Glückwünsche und Grußworte zur Amtseinführung überbrachten auch Ulrike Zindel als Vorsitzende des Ortsbeirats Germerode, Wolf-Arthur Kalden für den Verein Kloster Germerode und Anneliese Franz, die Hausleiterin des Tagungshauses in Germerode.

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