Haushalt entwickelt sich besser als gedacht

Meißner muss schadhafte Kanäle sanieren

Weidenhausen. Mit einer Schweigeminute hat die Sitzung der Gemeindevertreter Meißners am Dienstagabend in Weidenhausen begonnen. Gedacht wurde der langjährigen Kommunalpolitikerin Helga Först, die am 8. Oktober starb. 

Der Haushalt

Mit einem Überschuss von gut 14.600 Euro im Ergebnishaushalt für dieses Jahr hatten die Gemeindevertreter gerechnet – nach derzeitigem Stand werden es wohl sogar 400.000 Euro. „Obwohl wir in der ersten Jahreshälfte einen massiven Einbruch bei den Gewerbesteuern hatten und die eingeplanten 400.000 Euro um gut 50.000 Euro verfehlen werden, fällt die Einkommenssteuer wesentlich höher aus und kann das kompensieren“, erklärt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans. Auch spiele die Zuweisung aus dem Landesausgleichsstock in Höhe von 342.200 Euro eine große Rolle für das positive Ergebnis.

Auch für 2018 werde das aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage erwartet; zudem würden die Schlüsselzuweisungen im Vergleich zu diesem Jahr um 189.120 Euro auf gut 1,63 Millionen Euro ansteigen. Zeitgleich würden sich zwar die Umlagedaten für den Kreis erhöhen, die dort mehr zu zahlenden knapp 160.000 Euro würden durch das zusätzliche Geld der Schlüsselzuweisungen aber nicht gleich wieder aufgefressen.

Die Abwasserkanäle

Ein erhebliches Sanierungsdefizit gibt es bei den Abwasserkanälen im Gemeindegebiet. Vor allem der gut zwei Kilometer lange Verbindungssammler vom Hohen Meißner nach Vockerode, der 1974 vom Bund für die dortigen militärischen Anlagen gebaut wurde, sei stark beschädigt, aber auch bei vielen Kanälen in Vockerode und Germerode bestehe Handlungsbedarf.

Wie der aussehen könnte, erläuterte Stefan Gier vom Ingenieurbüro Rother und Partner aus Abterode. So könnte zwischen dem Jugenddorf und Vockerode beispielsweise das Verfahrensprinzip des sogenannten Langrohrrelining eingesetzt werden: In das bereits bestehende, schadhafte Rohr werde ein neues eingezogen, das aus hochwertigem Kunststoff bestehe und über 50 Jahre abgeschrieben werden könne. „Das wären dann 10.400 Euro jährlich“, nennt Gier eine Zahl. Umgerechnet wären das 310 Euro pro Meter – die niemals erreicht werden würden, würde ein komplett neuer Kanal verlegt werden. „Das wären etwa 700 Euro pro Meter.“

Für die Kanäle in Vockerode und Germerode schlägt er vor, sich zuerst darum zu kümmern, die Zufuhr von Frischwasser in das Kanalnetz zu stoppen: „Das wird derzeit in der Kläranlage mit gereinigt, was unnötige Kosten verursacht.“ Besonders an einer Stelle in Germerode sei das gravierend: Von jährlichen 46.000 Euro spricht Gier, die bei einer Problembehebung gespart werden könnten.

Von ganz so viel Geld geht Junghans nicht aus: „Fehlt das Frischwasser, wird das restliche schmutziger und die Reinigung wird teurer als jetzt.“ Dennoch müsse das Problem behoben werden. Besprochen werden sollen die Lösungsmöglichkeiten nun im Haupt- und Finanz- sowie im Bauausschuss.

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