Vorfreude auf die Mohnblüte: In Germerode und Grandenborn wurde die Saat ausgebracht

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Immer wieder ein überwältigender Anblick: die Mohnblüte - hier bei Germerode.

Germerode/Grandenborn – Die Aussaat des Mohns auf den Feldern rund um die beiden Mohndörfer Germerode und Grandenborn ist in vollem Gange.

„Im Ringgau ist die Saat auf fünf Hektar Land bereits vollständig ausgebracht“, sagt Claudia Krabbes vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land freudig.

Etwas mehr als die vierfache Fläche wird in Germerode bewirtschaftet: 21 Hektar insgesamt; 18 davon sind geschafft, drei weitere Hektar bestellt Björn Sippel in den kommenden Tagen – im Breitsaatverfahren. „Pro Hektar werden durchschnittlich 1,3 Kilo der Mohnsamen ausgebracht“, erklärt der Landwirt.

Wird derzeit ausgebracht: die Mohnsaat. In Germerode (Foto) wird im Breitsaatverfahren gearbeitet; in Grandenborn wird in Reihen ausgesät. 

Etwa drei Wochen dauere die anschließende Phase der Keimung, bis die ersten zarten Pflänzchen zu sehen seien. „Wachstum und Blütenentwicklung werden von den Faktoren Wärme und Feuchtigkeitsversorgung beeinflusst“, erklärt Björn Sippel. Wann sich das rosa-violette Blütenmeer in seiner vollen Pracht zeigt, ist indes noch völlig offen – meist ist es in den Tagen um die Sommersonnenwende soweit.

Jede Mohnblüte blüht nur an einem einzigen Tag. Allerdings trägt jede Pflanze bis zu zehn Blüten, die sich über mehrere Tage verteilt nach und nach öffnen – und so dauert die Hauptblüte eines Feldes meist etwa eine Woche. Um eine möglichst lange Mohnblütensaison zu erwirken, werden die verschiedenen Felder um bis zu 14 Tage zeitversetzt ausgesät, heißt es vonseiten des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land.

Im Übrigen erfordere der Kulturmohnanbau einen stetigen Felderwechsel – die Fruchtfolge. War in einem Jahr auf einem Feld Mohn angebaut, sollte hier erst nach drei Jahren wieder Mohn ausgesät werden. Und so ändere sich auch die Routenführung des Mohnwanderwegs alljährlich. 

Neu in diesem Jahr: „Blumenwiesen der Frau Holle“

Prächtiger Augenschmaus: Frau Holles Blumenwiese.

Ein wahrer Augenschmaus versprechen in diesem Jahr die „Blumenwiesen der Frau Holle“ zu werden, die zusätzlich zu den Kulturmohnfeldern angelegt werden. Von „A“ wie Acker-Witwenblume über Goldlack, verschiedene Nelkenarten und Königskerzen bis „Z“ wie Zahnöhrchen-Magerite erblühen auf diesen Flächen 42 farbenprächtige Kultur- und Wildpflanzenarten. 

„Was das menschliche Auge erfreut, ist für Insekten überlebenswichtig und ein wahres Büfett“, sagt Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land. Vom frühen Sommer bis in den späten Herbst – im günstigsten Fall bis zum ersten Frost – werden immer mehrere Pflanzen gleichzeitig ihre Blüten zeigen. Zu finden sein werden die Wiesen in Germerode (sechs Hektar) und Grandenborn (fünf Hektar) sowie an der Jausenstation Weißenbach, am Hof Kindervatter in Witzenhausen, in Wendershausen sowie am Premiumwanderweg 20 bei Ulfen.

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