Immer die Balance halten

Motorradfahrer-Gottesdienst lockt Hunderte Biker auf den Hohen Meißner

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Am Samstag sind die Biker gemeinsam am Werdchen in Eschwege zur letzten offiziellen Ausfahrt gestartet.

Hoher meißner. Strahlender Sonnenschein, frischer Gegenwind und das Brummen des Motors: Nichts lässt das Herz eines Bikers höher schlagen als eine freie Strecke bei bestem Wetter. Dafür scheint auch Petrus volles Verständnis zu haben, wie sich am beim Motorradfahrer-Gottesdienst auf dem Hohen Meißner zeigte.

Jährlich treffen sich hier Biker aus allen Ecken des Kreisgebietes zum Abschluss der Motorrad-Saison.

„Wir sehen uns 2017 wieder, am zweiten Oktobersamstag hier oben auf dem Großparkplatz“, verabschiedete Pfarrer Ralph Beyer aus Oetmannshausen die Zweiradfahrer vergangenes Jahr im Anschluss an den Gottesdienst – und hielt sein Versprechen. Wie gewohnt traf man sich pünktlich um 13 Uhr auf dem Eschweger Werdchen, um nach den ersten Willkommensgesprächen den Konvoi zu starten. Als schrittweise immer mehr Motoren erklangen, war abzusehen, dass diese „Spritztour“ die Straßen zum Meißner eine ganze Weile unterhalten würde: Neben Autofahrern, die einiges an Wartezeit hinnehmen mussten, staunten vor allem Besucher an den Straßenrändern von Eschwege, Abterode und Vockerode nicht schlecht über den mehrere Kilometer und über 20 Minuten lang anhaltenden Konvoi.

Als alle Maschinen auf dem Großparkplatz an der Langlaufloipe ihren Platz gefunden hatten, eröffneten die drei erfahrenen Organisatoren der Veranstaltung mit der traditionellen La-Ola-Welle den Gottesdienst: Pfarrer Ralph Beyer aus Oetmannshausen, Gernot Hübner aus Niederdünzebach und Jochen Sennhenn aus Schemmern. Gemeinsam dankten sie Gott für die vergangene und (weitgehend) unfallfreie Motorradzeit, und auch Petrus habe treu mit gutem Wetter für die Motorrad- und Gegenwindfans gesorgt.

Kernthema des Gottesdienstes war neben Dank und Demut für die eigene Gesundheit die Balance, die es wie beim Biken auch in allen anderen Bereichen des Lebens zu halten gelte. Nachdem vergangenes Jahr circa 700 Maschinen den Weg zum Gottesdienst fanden, dürften es dieses Jahr einige mehr gewesen sein.

Im Anschluss an den Gottesdienst auf dem Hohen Meißner und die kleine, große Motorradshow konnten es die Teilnehmer kaum noch erwarten, den Zündschlüssel umzudrehen und in die offiziell letzte Ausfahrt des Jahres zu starten. Über Hausen, Waldkappel, Germerode und durch das Höllental fuhr man (fast) auf direktem Wege nach Abterode zurück und ließ das Fest auf der Freizeitanlage mit Benzingesprächen, Bratwurst und einem kleinen „kühlen Blonden“ ausklingen.

Von Lorenz Schöggl

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