Mythos Frau Holle: Kooperation des Geo-Naturparks mit dem Arbeitskreis zur Mythologie der Göttin

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Ein Mythos: Der Göttin Frau Holle – hier die Statue am Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner – wird zugeschrieben, dass sie die Neugeborenen bringt.

Eschwege. Seit seinem Zusammenschluss mit der Werratal-Tourismus trägt der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald als Geo-Naturpark Frau-Holle-Land die Holle im Namen.

Viele Leute kennen die Holle als Märchenfigur, allerdings reichen die Wurzeln der mythologischen Gestalt bis in die Steinzeit zurück. Damals, so wird angenommen, verehrten die Menschen eine Muttergöttin. Spuren ihrer Verehrung lassen sich in ganz Deutschland entdecken, in Süddeutschland auch unter dem Namen Perchta.

Widmen sich den vielen Gestalten einer Göttin: Auf der Homepage des Naturparks möchten Rangerin Anja Laun und Geschäftsführer Marco Lenarduzzi (von links) zusammen mit Anette Rath-Beckmann vom Arbeitskreis zur Mythologie der Göttin Holle auch die fundierte Forschung zu Frau Holle vorstellen.

Die Göttin stand in Zusammenhang mit den Jahreszeiten, mit dem steten Entstehen und Vergehen. Auch am Frau Holle-Teich wurde sie verehrt, wie die regionalen Legenden andeuten. „Wenn man im Meißner-Vorland mit älteren Frauen spricht, können einem diese sofort sagen, dass nicht der Storch die Kinder bringt, sondern dass die neugeborenen Kinder aus dem Frau-Holle-Teich kommen“, sagte Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer der Geo-Naturparks.

Die Vorstellung, dass der Frau Holle-Teich als ein Ort verehrt wurde, der einen Übergang zwischen Leben und Tod ist, hat also bis heute überlebt. Die kulturwissenschaftliche Seite der Frau Holle möchte der Geo-Naturpark ebenso darstellen wie den Märchenbezug. Deshalb arbeitet er mit dem Arbeitskreis zur Mythologie der Göttin Holle zusammen, der an der Volkshochschule Werra-Meißner beheimatet ist.

Neben Dr. Karl Kollmann wurde dieser von Anette Rath-Beckmann gegründet, die eine Schule für matriarchalen Schamanismus leitet. Sie versteht Schamanismus hier als eine spirituelle Betätigung oder Naturreligion, wie sie schon in der Steinzeit praktiziert wurde, und möchte die fundierte Forschung über die Göttin Holle vorantreiben. „Frau Holle ist nicht nur die bekannte Gestalt aus der Grimm’schen Märchensammlung, sondern – wie bereits Jakob Grimm wusste – die mitteleuropäische Verkörperung der Großen Göttin der Frühzeit, die ihre Wirkung bis hinein in die Zeit der keltischen und germanischen Besiedlung unseres Landes entfaltete“, sagt sie.

Auf der neuen Homepage des Geo-Naturparks, die gerade erstellt wird, soll auch dieses Thema vorgestellt werden, sagt Naturparkführerein Anja Laun. Dort wird dann der Link zur Seite von Anette Rath-Beckmann angeboten, die Informationen über die Erforschung der Göttin Holle bietet. 

www.goettin-holle.de

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