Staatliche Hilfen gefordert 

Nach Stürmen, Dürre und dem Borkenkäfer: Privatwaldbesitzer in Existenznot 

02.10.2019, Hessen, Spangenberg: Ein Baumstumpf und abgestorbene Fichten (Hintergrund) bestimmen das Bild vom Wald von Landwirt Günter Strube. Stürme, Dürre und Borkenkäfer haben in Hessens Wäldern schwere Schäden angerichtet. Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
+
125187888

Werra-Meißner – Stürme, Dürre und Borkenkäfer haben in den Wäldern des Werra-Meißner-Kreises schwere Schäden angerichtet. Die Aufforstung in ganz Hessen wird eine Millionensumme kosten – und private Waldbesitzer stehen nun mit dem Rücken zur Wand.

Der Landesbetrieb Hessen Forst spricht gar von einer „Extremsituation“, wie sie Forstleute der aktuellen Generation noch nicht erlebt hätten. Im Staatswald würden nun millionenschwere Aufforstungen vorbereitet – ein Viertel der Wälder Hessens aber befindet sich nicht in Staatshand, sondern ist Privatwald. „Es gibt 60 000 Waldbesitzer, wobei es sich überwiegend um Kleinprivatwaldbesitzer handelt“, teilt der Verband auf Anfrage mit – exakte Aufschlüsselungen dieser gesamthessischen Zahlen für den Werra-Meißner-Kreis liegen nicht vor.

„Die Qualität des Holzes ist oft schlecht, und wegen des Überangebots lässt es sich nur zu einem sehr niedrigen Preis oder gar nicht mehr verkaufen“, erklärt Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg, Vorsitzender der Kreisgruppe Werra-Meißner des Hessischen Waldbesitzerverbands. Der massive Anstieg an Verkaufsholz belaste den ohnehin schon übersättigten Holzmarkt zusätzlich – die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe sei dadurch massiv gefährdet. Von dem Preisverfall betroffen seien vor allem Fichten- und Buchenholz, aber auch das Holz der Esche, des Ahorns und zum Teil auch das der Eiche.

„Der Ball liegt nun bei der Politik“, sagt Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg. Nötig sei eine rasche und unkomplizierte Umsetzung bereits zugesagter staatlicher Hilfen. „Die Forstwirtschaft muss in die Lage versetzt werden, den Wald unter angemessenen wirtschaftlichen Bedingungen zu erhalten“, so der Kreisgruppen-Vorsitzende. Dringend nötig seien marktregulierende Maßnahmen, um den Holzmarkt zu entlasten. „Aufgebaut werden sollen stabile, mehrschichtige und naturnahe Wälder“, sagt Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg. Dieser Weg weg von Monokulturen und Plantagenwäldern sei bereits vor mehr als 30 Jahren eingeschlagen worden.

Millionenhilfe zugesichert 

Im September hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) Hilfen für private Waldbesitzer angekündigt. „In den Jahren 2020 bis 2023 können damit vom Land – mit Unterstützung des Bundes – insgesamt 50 Millionen Euro bereitgestellt werden“, sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums. Wie und wann dieses zugesagte Geld aber tatsächlich fließt, habe die Bundesregierung aber noch nicht mitgeteilt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare