Ein Virtuose geht

Organist Max Göllner verlässt das Kirchspiel Abterode nach fast neun Jahren

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Die eine kommt, der andere geht: Elena Schieferstein ist künftig die neue Organistin im Kirchspiel Abterode. Sie besetzt damit die frei werdende Stelle von Max Göllner, der in die St.-Crucis-Kirche nach Bad Sooden-Allendorf wechselt. 

Abterode. Der Organist Max Göllner verlässt das Kirchspiel Abterode nach fast neun Jahren. Er wechselt nach Bad Sooden-Allendorf. Die Nachfolge in Abterode ist bereits geregelt. 

Die Augen von Max Göllner fangen an zu leuchten, als er erzählt, was sich so alles aus einer Orgel herausholen lässt: Neben den klassischen Kirchenstücken wie zum Beispiel dem bekannten Lied „Großer Gott, wir loben dich“ kann es ruhig auch mal etwas Modernes, Peppigeres sein. „Bei einer Konfirmation spiele ich auch gerne mal einen Elvis“, sagt der 23-Jährige, lacht und setzt sich zum Beweis auch sogleich an das prachtvolle Musikinstrument in der Abteröder Kirche, um ein paar Töne im Stil des King of Rock’n’Roll anzustimmen.

In Zukunft wird das wohl seltener passieren, zumindest in Abterode: Denn der Student der Kirchenmusik verlässt zum Ende dieses Monats das Kirchspiel Abterode, zu dem auch noch die Ortschaften Vockerode und Wellingerode gehören. „Ich wechsele dann nach Bad Sooden-Allendorf in die St.-Crucis-Kirche“, erklärt Göllner, der gebürtig aus Frieda stammt. Die dortige Anstellung sei zukunftsträchtiger als die in Abterode, unter anderem deshalb, „weil dort gerade an der größten englisch-romantischen Orgel auf europäischem Festland“ gebaut werde, die er dann bespielen dürfe.

Doch unter die Vorfreude auf diese neue, spannende Aufgabe mischt sich gleichwohl auch ein bisschen Wehmut: Achteinhalb Jahre gehörte Göllner an die Abteröder Orgel wie das Amen zum Gottesdienst, hatte dort mit gerade einmal 14 Jahren seinen ersten Vertrag. In dieser Zeit hat er die Sanierung der noch gut erhaltenen historischen Wilhelm-Orgel (siehe Artikel unten) maßgeblich mit vorangetrieben und freut sich, dass diese nun fast abgeschlossen ist. „Ich werde die Orgel schon vermissen“, gibt er zu, „historisch gesehen ist sie sehr wertvoll.“ Noch einmal gezeigt habe ihm das der Weihnachtsgottesdienst, als die Kirche gut besetzt war und jeder lautstark „O du fröhliche“ mitgesungen habe, was er enthusiastisch auf der Orgel begleitet habe.

In unbekannte Hände wird er diese nun nicht abgeben: Mit seiner Freundin Elena Schieferstein als Nachfolgerin weiß er die Orgel künftig in guten Händen. „Ich habe Max schon das ein oder andere Mal vertreten, kenne also sowohl die Orgel als auch die Menschen hier“, erzählt die ebenfalls 23-Jährige, die unter der Woche Gesangspädagogik in Wiesbaden studiert und am Wochenende in die Heimat ihres Freundes kommt. Genauso gut wolle sie, die das vergangene Jahr an dem Musikinstrument in Germerode zu hören war, die Gottesdienste begleiten; dennoch werde man hören, dass nun jemand anderes an der imposanten Orgel sitze. „Ich finde die ruhigeren Töne auch ganz schön“, sagt sie in Anspielung auf den lebhafteren Charakter Max Göllners und lacht.

• Der Abschieds-Konzert-Gottesdienst, der auch zugleich Elena Schiefersteins erster offizieller sein wird, findet am Sonntag, 28. Januar, in der Abteröder Kirche statt. Beginn ist um 14 Uhr.

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