Paten für Schafe gesucht: Von der Zeugung bis zur Schlachtung

Kennt jedes einzelne ihrer Schafe: Katharina Diermayer sucht Paten für ihre Tiere. Foto:  Wüstefeld

Vockerode. Ein Lämmchen quasi von der Zeugung bis zur Schlachtung begleiten und dann das Fleisch bekommen: Das machen Patenschaften für Schafe auf dem Hof Schwalbental in Vockerode ab sofort möglich.

„Wir wollen, dass die Menschen wissen, woher das Fleisch auf ihrem Teller kommt und wie es produziert wird“, erklärt die Landwirtin Katharina Diermayer die Beweggründe für dieses Projekt. Zusammen mit ihrem Mann Ralf Rentschler lebt sie seit zweieinhalb Jahren in dem Meißner Ortsteil und hat sich mit 30 Mutterschafen von vier verschiedenen Rassen (Romanov-Schafe, Coburger Füchse, die vom Aussterben bedrohten alpinen Stein- sowie die rauhwolligen Pommerschen Landschafe) bereits eine ordentliche Herde aufgebaut; 70 sollen es irgendwann einmal werden.

Drei Modelle für die Patenschaften gibt es, die alle über ein Jahr laufen: Bei der ersten geht es um das Fleisch. „Mit der Deckung geht die Patenschaft los, die findet derzeit statt“, erklärt die 31-jährige Agrar-Ingenieurin. Mit einem monatlichen Beitrag finanzieren die Paten dann die fortlaufenden Kosten für das Muttertier bis zur Geburt; ab dann wird das Geld natürlich auch zur Pflege und Fütterung des Lammes verwendet, bis es dann geschlachtet wird; das passiert zwischen den Monaten August und Dezember.

„Jeder kann dabei selbst entscheiden, ob er ein bestimmtes, selbst ausgesuchtes Lamm haben möchte, oder am Ende nur die gut 15 Kilogramm Fleisch, die gefriertruhenfertig portioniert sind, bekommen möchte, ohne zu wissen, von welchem Lamm“, sagt Diermayer. Das gelte auch für das zweite Patenschaftsmodell, bei dem es um die Wolle des Tieres geht. „Die wird im Mai ausgeteilt, weil da geschoren wird.“

Beim dritten und kostengünstigsten Modell geht es um die generelle Unterstützung der Schäferei. „Das ist vor allem für diejenigen interessant, denen die 15 Kilogramm von einem Lamm zu viel sind und die weniger haben möchte, denn bei diesem Modell gibt es zehn Prozent Rabatt auf die Fleischeinkäufe aus dem Hofladen in der Fettgasse 1. Der öffnet im November seine Pforten – „früher war da mal ein Milchhäuschen drinnen“, sagt Diermayer und lacht. Neben den Fleischprodukten (geschlachtet wird noch außerhalb, was sich in den kommenden Jahren ändern soll) werden in einem separaten Raum auch einige wenige Felle und das von Ralf Rentschler gefertigte Kunsthandwerk wie Küchenwerkzeuge und Schlüsselregale verkauft; ebenso seine handgefertigten hölzernen Griffe für Messer.

• Wer sich über die Schäferei informieren möchte, kann das entweder im Internet unter www.hof-schwalbental.de machen oder am Sonntag zum Herbstzauber in den Botanischen Garten nach Eschwege kommen: Von 11 bis 17 Uhr hat auch Katharina Diermayer einen Stand und bringt ein paar ihrer Schafe mit.

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