Vor Weihnachten soll alles fertig sein

Straße am Schwalbenthal wird derzeit aufwendig gesichert 

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Gewaltige Maschine. Frank Jahn justiert noch einmal genau nach, bevor der blaue Injektionsbohranker in die Spritzbetonwand gebohrt wird.

Hoher Meißner. Die Straße zwischen dem Schwalbenthal und dem Frau-Holle-Teich wird derzeit gesichert. Grund ist das Abrutschen der dortigen Böschung. Vor Weihnachten soll alles fertig sein. 

Nicht einmal zehn Minuten dauert es, dann ist der Injektionsbohranker unter teils ohrenbetäubendem Lärm in der Betonwand und im darunter befindlichen Felsen versenkt. Sechs Meter ist das blaue Stahlrohr lang und sieht aus wie eine handelsübliche Schraube – nur eben in groß. „23 dieser Anker sind bereits in der Wand“, erzählt Vitali Schwarz, „20 kommen noch einmal hinzu.“

Der junge Mann ist derzeit fast täglich auf der Baustelle oben beim Schwalbenthal, weil er diese überwacht. Sein Arbeitgeber Hessen Mobil sichert dort unter einer Vollsperrung seit Ende Oktober ein Stück der Landesstraße 3242 zwischen dem denkmalgeschützen Haus und dem Frau-Holle-Teich, weil dort im Februar ein Stück der Böschung so stark abgerutscht ist, dass die Straße in den jetzt beginnenden nassen Wochen unterspült werden könnte und dann ebenfalls wegbricht. „Damit aber genau das nicht passiert, errichten wir eine Spritzbetonwand“, sagt Schwarz. 84 Tonnen davon seien bisher verarbeitet worden. Die Wand wiederum wird dann durch die Injektionsbohranker so mit dem Erdreich verbunden, dass nichts mehr passieren dürfte.

Auf einer Länge von 17 Metern ist das bislang passiert. Mit Beginn der Bauarbeiten wurde dort, wo einst die Böschung war, die Spritzbetonwand errichtet: Die wird, wie der Name schon verrät, nicht gebaut, sondern aufgespritzt. Gut 60 Zentimeter ist sie dick und zwei Meter hoch – beziehungsweise tief. Denn von der Straße aus wird die Wand nicht zu sehen sein, da sie erst unterhalb von dieser ansetzt und sich dann an den Hang schmiegt.

„Diese Wand wird dann mit den Injektionsbohrankern rückverankert“, sagt Schwarz. Dazu werden die Anker in zwei Lagen übereinander in den Spritzbeton gebohrt, zeitgleich fließt Zementschlemme mit in das entstandene Loch, um dieses auszufüllen und die Anker zu verpressen. „Dieses Material enthält keine Steine, damit es auch wirklich in jede Ritze fließen und diese ausfüllen kann“, erklärt Schwarz’ Kollege Stefan Morhardt.

14 Tage muss dann alles aushärten. Anschließend werden die Anker auf ihre Festigkeit überprüft: Mit einem Gewicht von 200 Kilonewton werde an diesen gezogen. „Und dann bleiben sie auch hoffentlich drinnen“, sagt Morhardt mit einem Augenzwinkern. Anschließend werden die herausschauenden Enden noch abgedeckt und die Straße mit dem Anbringen der Leitplanke wieder in ihren Ursprungszustand versetzt.

In der Zeit des Aushärtens werde sich, sofern es das Wetter zulässt, dem zweiten Bauabschnitt zugewandt: Auf einer Länge von weiteren 16 Metern, die in Richtung des Hauses Schwalbenthal direkt an die bisherigen 17 Meter angrenzen, werde die Straße auf die gleiche Weise gesichert; eingebracht werden dort noch einmal 20 der Anker.

Sollte es bis Ende dieses Jahres keine allzu dicke Schneedecke geben, soll noch vor Weihnachten alles fertig sein: Anvisiert ist laut Hessen Mobil der 22. Dezember. Sollte das Wetter diesem Ziel jedoch einen Strich durch die Rechnung machen, müsse man die Arbeiten im kommenden Jahr abschließen. „Die Straße kann dann aber bis dahin wieder halbseitig befahren werden, weil deren Stabilität gegeben ist“, sagt Morhardt. Derzeit erfolgt die ausgeschilderte Umleitung für die voll gesperrte Strecke in beide Fahrtrichtungen über Vockerode, Wolfterode, Frankershausen und Frankenhain.

Straße am Schwalbenthal wird gesichert 

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