Zahlen wie im Vorjahr

Trotz Schließung im Frühjahr: 50 000 Besucher im Bergwildpark Meißner

Eingang des Bergwildparks Meißner in Germerode. 50.000 Besucher passierten den Eingang bis zum Oktober 2020
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Eingang des Wildpark Meißner

Trotz coronabedingter Schließung im April: Schon längst wurden die Besucherzahlen aus dem vergangenen Jahr erreicht. „Wir sind gut durchgekommen“, sagt Harald Zindel, Vorstand des Fördervereins.

Germerode – Null Besucher hatte der Bergwildpark Meißner im April. Grund war die coronabedingte sechswöchige Schließung. Doch davon hat sich der Wildpark mehr als erholt.

Bis Ende September zählte der Wildpark knapp 50 000 Besucher. Das sind ungefähr so viele Besucher wie Ende September 2019. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Manfred Zindel, der beim Förderverein für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Bergwildpark Meißner ist ein attraktives Ausflugsziel für Familien

So ganz wundert es die beiden Männer aber nicht: „Der Wildpark ist ein attraktives Ausflugsziel für Familien“, sagt Manfred Zindel. In diesem Jahr konnten außerdem bislang 284 Dauerkarten verkauft werden: 170 Familienkarten, 103 für Erwachsene sowie elf für Kinder. „Profitiert haben wir natürlich auch von der Reisebeschränkung“, ist sich Harald Zindel sicher.

Noch im Frühjahr machte sich der Förderverein Sorgen: Futter für die Wildtiere, Löhne für die Tierpfleger und Ausgaben für die Instandhaltung. Das musste auch alles weiterhin bezahlt werden. Denn während der Park für Besucher geschlossen hatte und damit auch die Einnahmen durch den Eintritt weggefallen sind, blieben die Fixkosten.

63 Tierpatenschaften im Bergwildpark Meißner vergeben

Es war eine Idee, die zu Beginn der coronabedingten Schließung aufkam: die Vergabe von Tierpatenschaften. Schon im April berichtete Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans von zahlreichen E-Mails von „treuen Besuchern, die ihre Lieblingstiere vermissen“.

Die Idee kam gut an, bestätigt Harald Zindel. Denn bis jetzt konnten Gemeinde und Wildpark 63 Tierpatenschaften vergeben. Damit ist ein Betrag von 3180 Euro zusammengekommen, so Harald Zindel. „Gänse, Ziegen, Damwild, wir vergeben die Patenschaften nicht für einzelne Tiere, sondern immer nur für Tiergruppen.“ Schließlich käme das Futter auch allen Tieren zugute.

Gastronomie im Bergwildpark profitiert von hohen Besucherzahlen

Für Familie Panou, die den Kiosk und ein Restaurant im Wildpark betreibt, war es schwierig. „Wir profitieren natürlich von den gestiegenen Besucherzahlen“, sagt Evangelos Panou. Durch die Einrichtung von Einbahnstraßen und die Reduzierung der Tische im Wintergarten funktioniere der Kioskbetrieb gut. Doch das gilt nicht für das Restaurant. Zu eng, zu wenig Platz. Lediglich fünf Tisch seien mit dem notwendigen Abstand möglich. Deshalb konzentrieren sich die Betreiber coronabedingt erst einmal auf den Kiosk.

„Die meisten Leute sind vernünftig und halten sich an die Wegführung und die Abstände“, so Panou. Probleme gibt es, wenn die Besucher sich in den Wintergarten setzen wollen und deshalb ihre Kontaktdaten hinterlassen müssen: „Da verzichten viele auf einen überdachten Sitzplatz und nehmen ihr Getränk lieber mit raus.“ Das gehe durch alle Generationen.

Zukünftige Projekte im Bergwildpark Meißner

Die Zeit während der coronabedingten Schließung wurde aber auch intensiv genutzt. Neben der Aufforstung im Gehegebereich fanden auch Reparaturen am Spielplatz statt. Sobald es möglich wurde, haben sich die Mitglieder des Fördervereins wieder in kleinen Gruppen getroffen, sagt Harald Zindel.

Baustelle im Bergwildpark Meißner: Manfred Zindel (von links) und Harald Zindel vom Förderverein packen mit an. Im Hintergrund entsteht ein Kleintierhaus für Hasen und Meerschweinchen.

Gearbeitet habe man auch am derzeit wohl größten Projekt des Fördervereins: einem Hühnerhof und einem Kleintierhaus für Hasen und Meerschweinchen. Diese entstehen in den ehemaligen Gebäuden der Falknerei. Vor etwa drei Jahren habe man mit der Planung begonnen. 2021 solle es fertiggestellt sein.

„Die Besucher gelangen durch ein Tunnelsystem in das Gehege. So fördern wir den direkten Kontakt mit den Tieren, die trotzdem ihren Rückzugsbereich haben“, erklärt Harald Zindel und Manfred Zindel ergänzt: „Dieses Konzept macht den Wildpark Meißner als Einrichtung auch so einzigartig.“

Mitglieder

Mehr junge Menschen, die ihre Ideen einbringen, wünschen sich Harald Zindel und Manfred Zindel für den Förderverein des Bergwildparks Meißner. „Die Jungen haben eine ganz andere Perspektive und andere Interessen“, so Manfred Zindel. Diese wolle man gerne im Park verwirklichen. Dafür müssten sich aber auch jüngere Menschen einbringen.

Von Hanna Maiterth

Die Eintrittskarten im Wildpark verkaufen die Gastronomen Angelika und Evangelos Panou, die hier auch den Kiosk und ein Restaurant betreiben.

In Zahlen:

6 Wochen hatte der Bergwildpark Meißner bei Germerode in diesem Jahr geschlossen. Dennoch sind die Besucherzahlen so hoch wie vergangenes Jahr. 2019 waren es knapp 60 000 Besucher – 7000 von Oktober bis Dezember.

30 Hektar beträgt die Fläche des Wildparks, bestehend aus einem Spielplatz und dem Tiergehege. Dort treffen Besucher auf Rothirsche, Damhirsche, Muffelwild und Rehe.

31 Tage, 12 000 Besucher: Der Juli war in diesem Jahr der Monat mit den meisten Besuchern.

60 Dauerkarten wurden 2019 mehr verkauft als bislang in diesem Jahr. Vergangenes Jahr waren es 344, in diesem Jahr beträgt die Zahl der verkauften Dauerkarten bisher 284. mai

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