Trubel auf Gut Mönchhof: Ehepaar plant ökologischen Betrieb

Große Gruppe. Das Gut Mönchhof bei Alberode hat neue Besitzer. Das sind die Ehepaare Catherine Cuen det und Jens Müller Cuendet (links) sowie Clarissa und Patrik Schubiger (rechts im Bild). Beide Paare haben jeweils drei Kinder. Die Müller Cuendets wohnen im ehemaligen Inspektorhaus, das im Hintergrund zu sehen ist. Foto:  Wüstefeld

Alberode. Seit dem Sommer dieses Jahres herrscht wieder Leben auf dem Gut Mönchhof bei Alberode. „Es ist, als hätten die Menschen nur darauf gewartet“, sagen die neuen Besitzer, zwei befreundete Ehepaare. Sie planen einen ökologischen Betrieb mit einer Getreide- sowie einer Rinderzucht

Neugierig sei der ein oder andere schon, sagt Jens Müller Cuendet. Auszumachen scheint dem neuen Besitzer des Gut Mönchhofes das aber nichts: Als er davon erzählt, dass schon mal das ein oder andere Auto über den Hof fahre und sich dessen Insassen interessiert auf dem Privatgrundstück umsehen würden, leuchten seine Augen und ein Lächeln umspielt seine Mundwinkel.

Diese offene Art wird wohl auch einer der Gründe sein, warum Müller Cuendet so herzlich in der Gemeinschaft der Abteröder, Alberöder und Weidenhäuser aufgenommen worden ist – „so offen sogar, dass uns das positiv überrascht hat“, gibt sein Freund Patrik Schubiger zu. Beide haben das Gut Mönchhof in diesem Jahr aus dem Wunsch heraus, selbstständig werden zu wollen, von Günther Hertwich gekauft und wohnen seit dem Sommer mit ihren Familien auf dem traditionsträchtigen Anwesen.

Konkrete Vorstellungen, wie sie das nutzen wollen, hatten sie schon vor dem Kauf: „Meine Frau Catherine ist Getreidezüchterin und hat sich auf Dinkel spezialisiert“, erzählt Jens Müller Cuendet, der mit seiner Frau und den drei Kindern aus dem Darmstädter Raum hierhergezogen ist. Dieser Arbeit wolle sie auch auf dem Gut Mönchhof nachgehen – wofür sie erst einmal nur gut einen Hektar brauche. „Jede Züchtung beginnt mit einer Kreuzung“, erklärt Müller Cuendet die Arbeit seiner Frau. Gut 1000 Dinkel-Linien befänden sich bereits auf dem Gut, von denen der Großteil über die Jahre aber nach und nach aussortiert werde, damit nur die gewünschten und robusten Sorten übrig blieben. Zehn bis 15 Jahre dauere so ein Züchtungsprozess. „Das ist eine echte Gedulds- und Dokumentationsarbeit.“

Ist das sogenannte Vorstufen-Saatgut gefunden, dass aufgrund der Reinheit hohen Anforderungen genügen muss, geht es an die Vermehrung, wo dann Müller Cuendet selbst ins Spiel kommt: „Zu einem gewissen Teil können wir das hier noch selbst machen“, erklärt er sein Platzproblem – denn die 50 Hektar, die er und sein Kompagnon Schubiger derzeit schon selbst bewirtschaften, reiche nicht aus, um so viel Saatgut herzustellen, dass es in großen Stil an die Landwirte verkauft werden könnte. „Das liegt aber auch daran, dass wir viel Wald haben“, schiebt er mit einem Lächeln nach.

Der wird in nächster Zeit die erste Einnahmequelle für die Familien sein, die gut zwei Jahre nach einem geeigneten Hof für ihre Ideen gesucht haben. Denn auch das zweite Standbein neben der Getreidezüchtung ist ein lang angelegtes Projekt: Patrik Schubiger und seine Frau Clarissa wollen eine Rinderzucht aufbauen, was bis zu zehn Jahre dauern kann. „Um die 100 handzahmen Tiere sollen es einmal werden“, sagt Schubiger, der wie Müller Cuendet ebenfalls Vater dreier Kinder ist. Sind die ersten Kälber erst einmal gekauft, solle später ausschließlich mit der eigenen Herde gearbeitet und nichts zugekauft werden. „Auch früher hat es hier einmal Rinder gegeben, die Zucht wurde aber Ende der 70er-Jahre eingestellt.“

Was beiden Familien wichtig ist: der ökologische Anbau. Weder bei der Getreidezucht noch beim Futteranbau sollen mineralische Dünger eine Rolle spielen, stattdessen werde zum Beispiel Klee als Nahrungsmittel für die Rinder angebaut. „Das passt dann auch gut in die Fruchtfolge unseres ökologischen Betriebes.“

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