Für ein friedliches Miteinander 

Verein „Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner- Kreis“ in Abterode gegründet

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Der Vorstand des neu gegründeten Vereins, von links: Dr. Martin Arnold, Ludger Arnold, Melanie Salewski, Manuel Pelz, Annemarie Zimmer, Friedhelm Junghans und Dr. Lutz Bergner.

Bisher war es eine Initiativgruppe, jetzt hat sich der Verein „Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ in Abterode gegründet – mit 33 Mitgliedern.

Den Vorsitz übernahm Dekan Dr. Martin Arnold, in den Vorstand wurden gewählt: Ludger Arnold (zweiter Vorsitzender), Friedhelm Junghans (Kassenverwalter), Melanie Salewski (Schriftführerin) sowie Dr. Lutz Bergner, Annemarie Zimmer und Manuel Pelz als Beisitzer.

Der Verein will ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen und als Dach für alle einzelnen Initiativen im Werra-Meißner fungieren, die sich für die Verständigung zwischen den Religionen einsetzen. Die Pflege der Erinnerungskultur soll eine zentrale Rolle spielen. „Allerdings sind wir als Verein nicht rückwärtsgewandt oder gar ins gestern verliebt“, sagt Dr. Martin Arnold. „Wir treten heute für eine Gesellschaft ein, in der Platz für alle ist und die respektvoll miteinander umgeht.“

Kernanliegen sind der Erhalt und die Nutzung kulturgeschichtlicher Einrichtungen der jüdischen Gemeinschaften im Werra-Meißner-Kreis, Vergangenheit transparent und bewusster zu machen, Verständigung zu erzielen und auch modernes jüdisches Leben zu unterstützen. Die Mitglieder wollen für Toleranz und ein friedliches Miteinander werben.

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe begrüßte, dass der Verein seinen Fokus auf das jüdische Leben insgesamt gelegt habe, nicht allein auf das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus. So betont der Verein das Jahrhunderte währende Zusammenleben von Christen und Juden im Werra-Meißner-Kreis. „Denn wir müssen uns bewusst machen, dass die Nazis nicht gewonnen haben und es auch nicht werden“, sagte Alexander Heppe.

Armin Jung, der aus Abterode stammt, ist dankbar, dass es mit dem Verein einen Akteur gibt, der dem Dorf, in dem vor dem Krieg die größte jüdische Gemeinde im Kreis lebte, helfen kann, seine Geschichte wiederzufinden. Denn nach dem Krieg herrschte Sprachlosigkeit. „Als Kind habe ich mich immer gewundert: Warum steht in Abterode ein Tempel in der Dorfmitte?“, sagte er. Es hat lange gedauert, bis sich die Nachkriegsgeneration wieder mit dem Thema befasst hat. Mitglied ist nun auch der Verein Aufwind. Er betreibt im Erdgeschoss der ehemaligen Synagoge in Abterode einen Laden, hat jedoch im Dachgeschoss einen Raum zur Verfügung gestellt, in dem historische jüdische Wandmalereien aus der Zeit vor dem Krieg erhalten geblieben sind.

Hier wird am 2. November der Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben eröffnet, in dem viele historischen Dokumente des jüdischen Lebens aus dem Kreis digital aufbereitet wurden und angeschaut werden können. Dr. Martin Arnold warb explizit dafür, dass neben Privatleuten auch Vereine, Kommunen und Institutionen Mitglied im neuen Verein „Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: synagoge-abterode.de

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