Einwohner aus dem Kreis trennen Müll nicht richtig

Zu viel Plastik und Glas im Bioabfall 

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So nicht: In die grüne Tonne gehören keine Plastikbeutel – auch nicht, wenn der Biomüll zuvor darin gesammelt wurde.

Im Bioabfall der Einwohner des Werra-Meißner-Kreises befinden sich zu viele Störstoffe wie Plastik und Glas. Das kostet Geld: Für das Herausfischen und Entsorgen dieser Stoffe muss die Vergärungs- und Kompostierungsanlage in Lohfelden, wo der Bioabfall aus dem Kreis verwertet wird, jährlich gut 100.000 Euro bereitstellen.

Bevor die Gebühren für den Bioabfall deshalb möglicherweise ansteigen oder die entsprechende Tonne in Problembezirken ganz abgezogen wird, will der Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner, der den eingesammelten Bioabfall in Lohfelden verwerten lässt, erst einmal mit drei anderen Schritten für eine Reduzierung der Störstoffe im Biomüll sorgen.

„Natürlich wollen wir die Bevölkerung sensibilisieren, ihren Müll besser zu trennen“, sagt Verbandsvorsitzender Friedhelm Junghans. Der unterstellt er gar keine böse Absicht, mit Vorsatz falsche Materialien in den Biomüll zu werfen: „Aber auch schon die Plastiktüte, in der diese Art des Abfalls gesammelt wird, kann nicht kompostiert werden und darf deshalb nicht mit in der Tonne landen.“ 

Vielmehr gebe es spezielle Beutel, die kompostierbar und auch im Handel erwerbbar seien. Hier setzt auch der zweite Schritt an, um der Störstoffe im Biomüll Herr zu werden: Der Landkreis Kassel (der seinen Bioabfall ebenfalls in Lohfelden verwertet) subventioniere diese beim Kauf, bis zu 30.000 Euro gebe er dafür im Jahr aus. Bislang sei das im Verband zwar nicht geplant, „darüber nachdenken werden wir aber auf jeden Fall“, sagt Junghans. 

Zu guter Letzt sollen auch die Kontrollen verschärft werden. Hier kommt Gabriele Maxisch ins Gespräch: Die Beraterin in Abfallfragen des Werra-Meißner-Kreises will vor allem in den Bereichen verstärkt auf die Problematik hinweisen, wo sie vermehrt auftritt: bei Mehrfamilienhäusern in städtischen Gegenden etwa.

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