Sachverständiger:"Dringender Handlungsbedarf"

Meißner rutscht 17-mal schneller als bisher

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Der Meißner rutscht 17-mal schneller als bisher Richtung Eschwege.

Schwalbenthal. Die Rutschaktivität des Meißners hat sich im Januar versiebzehnfacht. Das berichtet der Gutachter des geotechnischen Sachverständigenbüros Leipzig Dr. Bernd Müller auf Anfrage der Werra-Rundschau.

Innerhalb eines Monats sei der Osthang des Berges über zwei Zentimeter Richtung Tal gerutscht. Bislang waren wenige Millimeter im Monat normal. Pro Jahr verschob sich der Berg um bis zu 1,5 Zentimeter. Es sei „Gefahr in Verzug“ und „dringender Handlungsbedarf“ geboten, sagte der unabhängige Gutachter gegenüber unserer Zeitung.

Anfang des Jahres rutscht der Berg immer heftiger als zur Jahresmitte. Das haben die Messergebnisse, die seit drei Jahren regelmäßig von den Geologen genommen werden, ergeben. „Jetzt sind die Bewegungen krass angestiegen“, sagt Müller. Die Grenzwerte wurden 2013 zweimal überschritten.

Starke Regenfälle

Grund für die Erhöhung der Rutschaktivitäten sind starke Regenfälle zu Beginn des Jahres. Dadurch drückt Wasser aus dem Kalbesee verstärkt auf den Osthang. In der Küche des Schwalbenthals und im Skiheim unterhalb ist vermehrt Wasser eingetreten. Das verstärkte Rutschen hat nichts mit der Schneeschmelze zu tun, die erst in den nächsten Wochen ihre Auswirkungen zeigen werde.

„Man muss unverzüglich etwas unternehmen“, warnte Müller die Verantwortlichen. Hier liegt weiterhin das Problem. Verantwortlich möchte niemand sein. Das Regierungspräsidium (RP) in Kassel, das die Messungen zunächst in Auftrag gegeben hatte, hatte sich vergangenes Jahr nicht mehr zuständig gefühlt und die Messeinrichtungen abbauen lassen. Indes hat nach Informationen der Werra-Rundschau Hessen Mobil den Auftrag übernommen, weiter Daten über den Berg durch die Sachverständigen zu sammeln. Warum jetzt die Straßenverkehrsbehörde diese Messungen veranlasst, bleibt unklar. Für eine Stellungnahme war bei Hessen Mobil gestern bis Redaktionsschluss niemand zu erreichen.

Von Tobias Stück

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