Mehrere Interessenten

Naturpark Meißner-Kaufunger Wald soll weiter wachsen

Attraktion am Fuß des Hohen Meißners: Die Mohnblüte bei Germerode lockt alljährlich viele Menschen an. Dazu bieten die Mitarbeiter des Naturparks ein vielfältiges Programm. Archivfoto: privat/nh

Werra-Meißner. Der 1963 gegründete Naturpark Meißner-Kaufunger Wald wird sich in absehbarer Zeit möglicherweise spürbar ausdehnen.

Die Stadt Sontra und die Gemeinde Herleshausen, sowie die Gemeinde Nentershausen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben Interesse an einem Beitritt bekundet.

Die Verbandsversammlung des Naturparks sowie der Kreistag des Werra-Meißner-Kreises haben bereits vor drei Wochen ihr wohlwollendes Plazet gegeben, dass die Kommunen in den Zweckverband Naturpark aufgenommen werden. Zudem sollen weitere Flächen von Hessisch Lichtenau und Großalmerode in den Naturpark aufgenommen werden. Bislang sind beide Städte nur mit Teilflächen vertreten.

Nur der Kreistag des Landkreises Kassel muss noch zustimmen. Das soll am Donnerstag, 11. Dezember, passieren. Landrat Uwe Schmidt (SPD) steht einer Erweiterung des Naturparks auch positiv gegenüber. Diese sei „wegen dessen Bedeutung bei der touristischen Vermarktung des Kreises erstrebenswert“. Der Begriff Naturpark stehe „auch international für naturnahe Erholung in einer wertvollen Kulturlandschaft“.

Einen Haken allerdings gibt es bei der beabsichtigten Ausdehnung des Naturparks. Das Land Hessen, konkret das hessische Umweltministerium, muss nicht nur ebenfalls zustimmen, sondern auch die Voraussetzungen schaffen, damit dies rechtlich überhaupt möglich wird.

Denn: Naturparke müssen dem Bundesnaturschutzgesetz zufolge überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten bestehen. Doch 2007 hat das Land die Landschaftsschutzgebiete aufgelöst mit Hinweis darauf, dass sie durch Fauna-Flora-Habitat-Gebiete abgelöst worden seien. Diese FFH-Gebiete aber haben bislang keinen Niederschlag im Bundesnaturschutzgesetz gefunden, erläutert Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi. So fehlt nun, um die zusätzlichen Gebiete aufzunehmen, die formale rechtliche Grundlage. Angeblich prüfen Experten des hessischen Umweltministeriums noch, ob es sich bei den Erweiterungsflächen tatsächlich überwiegend um Landschafts- beziehungsweise Naturschutzgebiete handelt. Nach Informationen dieser Zeitung gelten die Flächen der Stadt Sontra offenbar als problematisch.

Von Peter Ketteritzsch und Stefan Forbert

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