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Pergamentrolle ist nach der Restauration zurück in Abterode

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Nach der Restauration: Die Pergamentrolle befindet sich wieder in einem guten Zustand. Schäden und Gebrauchsspuren sollte man aber weiterhin sehen.
Nach der Restauration: Die Pergamentrolle befindet sich wieder in einem guten Zustand. Schäden und Gebrauchsspuren sollte man aber weiterhin sehen. © Privat

Die Reste einer Pergamentrolle, die im vergangenen Jahr in Abterode wiederentdeckt wurde, ist aus der Restauration zurückgekehrt.

Restaurator und Konservator Hans-Dieter Lomp (Schlitz-Queck) hat das Schriftstück in einem speziellen Verfahren geglättet und gereinigt.

Das Dokument hatte sich noch vor einigen Monaten „in einem beklagenswerten Zustand“ befunden. Es war sehr zerknittert. Brandflecken, Mäusefraß und Dreck hatten der hebräischen Handschrift auf dem Dachboden arg zugesetzt. Lomp gehört zu den wenigen Spezialisten, die über das dazu nötige Fachwissen verfügen. Bei seinen Untersuchungen konnte Lomp feststellen, dass es sich bei diesem Pergament um Kalbshaut handelt, die mit Eisen-Gallus-Tinte beschrieben wurde. Die Löcher im Pergament sind durch Brand entstanden. „Wir haben bewusst auf eine Restauration verzichtet“, sagte Dekan Dr. Martin Arnold, „man soll die Schäden und Gebrauchsspuren weiterhin sehen können.“

Pfarrer Andreas Heimann hatte die Schriftrolle beim Aufräumen des alten Archivs der evangelischen Kirchengemeinde gefunden. Sie ist Teil der Esther-Geschichte. Die handelt laut Arnold auch davon, wie schwer es jüdische Gemeinden als Minderheiten in der Ferne hatten und sie dennoch dank Gott behütet waren. „Es ist interessant, dass ausgerechnet ein Pergament-Stück mit dieser Geschichte in Abterode gefunden worden ist“, erzählt Arnold und spielt damit auf die Zeit des Nationalsozialismus’ an.

In der ehemaligen Synagoge in Abterode soll am 2. November 2019 ein Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner eröffnet werden. Die restaurierte Pergamentrolle gehört zu den Exponaten dieser Ausstellung.

Die Arbeiten an der Schriftrolle haben etwa 1500 Euro gekostet. Bisher sind dafür 1100 Euro an Spenden eingegangen. Wer mithelfen möchte, die Restkosten aufzubringen, kann dies mit einer Spende auf das Konto des Kirchenkreisamtes Eschwege, IBAN DE91 5206 0410 0001 2001 00, unter dem Verwendungszweck „Pergamentrolle Synagoge Abterode“ tun.

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