Pfarrer Harald Aschenbrenner verlässt nach 19 Jahren Kirchspiel Niddawitzhausen

Freut sich auf seine neue Aufgabe: Harald Aschenbrenner, der knapp 19 Jahre lang der Pfarrer des Kirchspiels Niddawitzhausen war. Foto:  Wüstefeld

Niddawitzhausen/Weidenhausen. Knapp 19 Jahre lang war er wohl das bekannteste Gesicht des Kirchspiels Niddawitzhausen, nun verlässt Pfarrer Harald Aschenbrenner seine Gemeinden. Er geht als Militärgeistlicher nach Fritzlar.

Beim dritten Mal hat Harald Aschenbrenner Ja gesagt. Schon vor gut zwölf und dann nochmal vor etwa sieben Jahren wurde er gefragt, ob er nicht Militärgeistlicher werden wolle. „Damals hat das aber nicht in meine Lebenssituation gepasst, die Kinder waren noch zu klein“, sagt der 50-Jährige.

Bei dem Anruf aus Kassel, der im September kam, sah die Lage dann anders aus: Die drei Töchter sind fast erwachsen, Aschenbrenner konnte sich vorstellen, noch einmal etwas komplett Neues zu wagen. Er entschied sich, die Stelle des Militärpfarrers in Fritzlar ab dem 1. Februar anzunehmen - und das Kirchspiel Niddawitzhausen, das auch noch Eltmannshausen, Weidenhausen und Albungen umfasst, zu verlassen. „Ich war 18 Jahre und acht Monate hier“, erzählt der Familienvater, der einst in Eschwege aufgewachsen ist und die Kreisstadt zuerst für seine zweijährige Zeit beim Bund, später für sein Theologiestudium verließ.

Zurück kam er erst, als sich nach seinem Vikariat die Chance bot, im Kirchspiel Niddawitzhausen anzufangen. „Seitdem ist eine Menge Zeit vergangen, die erfüllt war“, blickt Aschenbrenner zurück.

Mit Beginn seiner Arbeit habe er sich vorgenommen, die drei Gemeinden des Kirchspiels - Albungen stieß erst 2011 dazu - näher zusammenzubringen, „was mir glaube ich auch gut gelungen ist“. Immer habe er daran gearbeitet, dass nicht er als Pfarrer im Vordergrund stehe, sondern sich die Gemeinde selbst trage.

Eine andere Art der Gemeinde

Eine Gemeinde, wie er sie jetzt im Kirchspiel erlebt hat, wird er in Fritzlar nicht vorfinden. „Ich werde deshalb vor allem die Menschen hier vermissen“, ist sich Aschenbrenner sicher, der mit seiner Frau in Eschwege wohnen bleiben wird und sich in Fritzlar eine Zweitwohnung nimmt. Mit der ein oder anderen Träne im Auge sei er schon von Gemeindemitgliedern gedrückt worden, als seine Verabschiedung durchsickerte, „was mich schon berührt“. Dennoch freut sich Aschenbrenner auf seine neue Aufgaben, die er ein Wagnis nennt: Gottesdienste finden nicht mehr regelmäßig statt, vielmehr fungiert der 50-Jährige bei den Soldaten, dessen Angehörigen und den zivilen Angestellten als eine Art Anker. „Man kann mich dort immer aufsuchen.“

Das gelte vor allem für die Zeit der Auslandseinsätze, an denen auch Aschenbrenner teilnehmen wird: „Als Militärgeistlicher wird man alle zwei bis drei Jahre gebeten, einen Einsatz zu begleiten.“ Dort gebe es dann regelmäßig Gottesdienste, der Pfarrer habe in Krisengebieten einen besonderen Wert: „Ich bin dort weder Befehlshaber noch Befehlsempfänger und unterliege als Geistlicher der Schweigepflicht.“

• Der letzte von Pfarrer Aschenbrenner gehaltene Gottesdienst findet am Sonntag, 24. Januar, in der Kirche in Niddawitzhausen statt. Beginn ist um 17 Uhr.

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