Saisonstart der Grube Gustav steht auf der Kippe

Die Grube Gustav gewährt Einblicke in die ehemals harte Arbeit der Bergmänner. Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Kupferschiefer gefördert. Ob die Besucher wie geplant im März hinabsteigen können, ist ungewiss. 

Abterode. Die Grube Gustav zieht jährlich rund 5000 Besucher an. Doch ob das Besucherbergwerk bei Abterode in diesem Jahr wie geplant seine Tore öffnen kann, steht in den Sternen.

Der Grund dafür ist die sanierungsbedürftige Beleuchtungsanlage (siehe Hintergrund). Bis zum traditionellen Saisonstart am 15. März werden keine Fördermittel für die Reparaturen zur Verfügung stehen. Das hat die Gemeinde Meißner, welche die Grube betreibt, laut Bürgermeister Friedhelm Junghans vergangene Woche erfahren.

Weil die Ummantelung der Kupferkabel in der Grube rissig ist, hatte die Bergaufsicht der Gemeinde Meißner die Auflage erteilt, die Beleuchtungsanlage nach dem Ende der Saison 2018 im November zu erneuern. Um die Kosten in Höhe von 150 000 Euro stemmen zu können, hatte sich die Gemeinde bereits im Juli mit ihrem Konzept bei Bund und Land um Fördermittel aus verschiedenen Programmen beworben. „Wir haben nicht damit gerechnet, so lange auf den Bewilligungsbescheid warten zu müssen“, sagt Junghans.

Dass die Sanierung gefördert wird, stehe bereits fest. Denn mit der neuen Beleuchtungsanlage lassen sich 90 Prozent der Energiekosten einsparen. Noch offen ist, wie hoch die Zuschüsse ausfallen. Das Land könnte bis zu 70 Prozent der Kosten übernehmen, der Bund maximal 37 Prozent.

Frühestens im März könne die Gemeinde nun mit einem Bescheid rechnen. Während der Sanierung, die vier bis fünf Monate dauert, muss die Grube für Besucher geschlossen bleiben. Die Kabel noch vor dem Saisonstart zu erneuern, ist daher ausgeschlossen. „Im schlimmsten Fall könnten wir die Saison 2019 verlieren. Das wäre eine Katastrophe“, sagt Junghans.

Sollten die Fördermittel geringer als erhofft ausfallen, verschiebt sich die Eröffnung ebenfalls. Dann muss erst die Gemeindevertretung dem erhöhten Eigenanteil zustimmen. „Wir werden nun Rücksprache mit der Bergaufsicht halten“, sagt Junghans. Dann werde sich klären, ob die Sanierung noch bis zum Saisonende im Oktober warten kann – und die Besucher wieder wie geplant im März in die Grube hinabsteigen.

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