Strukturschwache Regionen

Schnelles Internet auf dem Dorf über Funkverbindung

Informierten über das Internet via Funk: Guido Harms (links) von der Netcom Kassel und Computerhändler Michael Fernandez aus Hessisch Lichtenau. Foto: Weber

Frankershausen. Schnelles Internet auf dem Dorf? Das ist im Werra-Meißner-Kreis vielfach noch ein Problem. Glasfaserkabel liegen nicht bis in den letzten Winkel in der Erde. Also müssen andere Lösungen gefunden werden.

Welche, das stellten Guido Harms von Netcom Kassel und Computerhändler Michael Fernandez aus Hessisch Lichtenau den Einwohnern von Berkatal in einer Infoveranstaltung im Gasthaus Schindewolf in Frankershausen vor. So ist nämlich die Kasseler Firma Netcom, eine Tochter der Kassler Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, dazu angetreten, strukturschwache Regionen mit einem schnellen Internetzugang zu versorgen.

50 000 Kunden wollen sie rund um Kassel betreuen. Ziel ist es auch, ein flächendeckendes Glasfasernetz innerhalb der kommenden fünf Jahre zu bauen, doch wegen der zu leistenden Erdarbeiten ist das teuer. Alternative Möglichkeiten müssen deshalb bislang noch herhalten, wie etwa die Versorgungsleitungen der Telekom mitzubenutzen. Doch die Hausanschlüsse verfügen hierbei meistens nur über Kupferleitungen. „Für ein schnelles Internet ist Kupfer zu langsam“, sagt Guido Harms. Als weitere Lösungen bieten sich daher Übertragungen auf dem Luftweg an, also von einer Sender-Antennenanlage bis zu einer Empfängerantenne am Haus. Überall dort, wo eine Datenübertragung über Kabel nicht möglich ist oder nur mit hohem Aufwand hergestellt werden kann, sollen diese Funkverbindungen greifen.

Doch für eine solche Funkverbindung muss Sichtkontakt zwischen Sender und Empfängern bestehen. 180 Antennen hat die Netcom dazu schon aufgestellt. In Dörfern wie Ulfen arbeitet sie beispielsweise mit einem Netz von mehreren Antennen, die das Dorf von allen Seiten aus erreichen sollen. „Denn sonst hat jemand, der etwa hinter dem Kirchturm wohnt, wegen des fehlenden Sichtkontakts keinen Empfang“, erklärt Harms. Eine Verbindungsgeschwindigkeit von 6000 Kilobit pro Sekunde sind auf dem Wege einer Funkverbindung möglich.

Für Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze ist dies eine praktikable Lösung. „Wir haben auf der Gemeinde und im Kindergarten diese Anschlussart bereits ausprobiert, und sie funktioniert“, sagt er.

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