Schon fast ein Zuhause

Abterodes Einwohner empfangen Flüchtlinge  mit gemeinsamen Aktivitäten

Mit einem Lächeln ist viel gewonnen: Kürzlich haben einige Asylbewerber wie Taha (5) und die zweijährige Dani Sonnenblumen vor dem Tegut-Lädchen in Abterode verteilt, die sie vorher zusammen mit Friedrich Arnoldt geschnitten hatten. Das kleine Bild zeigt (von links) Ali, Fatma und Asef beim Deutschlernen. Fotos:  privat

Abterode. Es waren überwiegend Männer, die Ende August nach Abterode kamen: Sie waren aus ihren Heimatländern geflohen und suchen in Deutschland Asyl. Das Miteinander in dem kleinen Ort läuft gut.

Es ist eine verständliche Reaktion: Als Ende August 20 Asylbewerber nach Abterode in den alten Schleckermarkt eingezogen sind, war die Scheu der überwiegend jungen Männer gegenüber den im Ort lebenden Menschen groß. Davon ist jetzt, fast zwei Monate später, kaum noch etwas zu spüren: Überall packen die Flüchtlinge mit an, erkunden die nähere Umgebung und kochen gemeinsam.

Dass sich die Asylbewerber so gut integriert haben, liegt an der freundlichen und hilfsbereiten Art der Abteröder, allen voran einer Gruppe von Ehrenamtlichen. Schon vor dem Eintreffen der Menschen aus Ländern wie Pakistan, Somalia und Afghanistan hat sich ein Vierergespann um Michaela Seifert, Cathrin Wagner, Sonja Liese und Kathrin Bernhardt Gedanken gemacht, wie sich die Flüchtlinge hier heimisch fühlen können. „Wenn wir den Menschen mit Offenheit begegnen, bekommen wir das auch zurück“, ist Seifert überzeugt.

Bisher bestätigt sich ihre Einstellung: Auf Fotos lächeln alle gemeinsam in die Kamera, haben sichtlich Spaß bei den unterschiedlichsten Aktivitäten. Die werden nicht nur von dem Vierergespann begleitet, sondern von zahlreichen weiteren Ehrenamtlichen: „Gut 20 bis 30 Leute sind regelmäßig da, hinzu kommen weitere vom runden Tisch, der eingerichtet worden ist.“

Die Liste der Unternehmungen ist bereits jetzt lang: Gemeinsam wurde der Hohe Meißner erkundet, auf dem Hof der Tierärztin Seifert haben einige der Asylbewerber nach anfänglicher Skepsis ihre Scheu vor Hunden verloren. „Es sind vor allem junge Männer, aber auch zwei Familien nach Abterode gekommen“, erklärt Seifert. Englisch spreche kaum jemand von ihnen, stattdessen sind Mimik und Gestik gefragt. „Das klappt bislang prima“, - was auch die erfolgreich umgesetzten Projekte zeigen: Der Gemeinschaftsraum in der Unterkunft wurde unter Anleitung von den Flüchtlingen renoviert, der Garten so vorbereitet, dass sich die Asylbewerber dort selbst Essen anbauen können.

Das Essen aus den Herkunftsländern der Asylbewerber konnten Seifert und ihre Mitstreiterin schon kennenlernen: Als Dankeschön für die vielen Zeichen der Nächstenliebe wurde in der Gemeinschaftsunterkunft für sie gekocht. „Die Integration läuft hier vorbildlich“, freut sich Seifert. Dem kann auch Christa Hagemann-Wellmann zustimmen, die sich vonseiten der Awo um die Flüchtlinge kümmert: „Die Stimmung im Haus ist sehr angenehm.“

• Wer sich engagieren möchte, kann sich bei der Gemeinde Meißner melden: info@gemeinde-meissner.de

Von Constanze Wüstefeld

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