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Stabilisierung des Schwalbenthals: Es tut sich wieder was

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Von: Julia Stüber

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Jahresrückblick HNA
Weil der Hang ins Rutschen geriet, wurde Anfang Februar 2010 die Straße am Gasthaus Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner gesperrt. Aus Sicherheitsgründen wurde Tempo 30 angeordnet. Ein Gutachten hat damals ergeben, dass der Hang 1,5 Zentimeter pro Jahr abrutscht. Besonders gefährdet ist die Küche des Gasthauses. © HNA

Nach vier Jahren Stillstand kommt wieder Bewegung in die Stabilisierung des Schwalbenthals und der darüber verlaufenden Straße. Die Pläne liegen gerade öffentlich aus.

Werra-Meißner – Das eingeleitete Planfeststellungsverfahren befindet sich aktuell in der Anhörungsphase. Konkret heißt das, dass die Pläne zum Bau der Wand öffentlich ausliegen und alle Belange eingereicht werden können – beim Regierungspräsidium Kassel oder bei der Gemeinde Meißner bis Mitte August, teilt Hessen Mobil auf Anfrage mit.

Das Gast- und Wohnhaus Schwalbenthal ist seit mehr als einem Jahrzehnt geschlossen. Grund: Ein Erdrutsch, der das Gebäude gefährdet. Auch die angrenzende Landesstraße, die zum Frau-Holle-Teich führt, ist gesperrt. Eine Betonwand sollte zur Stabilisierung errichtet werden – immer wieder kam es zu Diskussionen und Verzögerungen. Auf dem Meißner passierte nichts. Was ist geplant? Um den Hang zu sichern, soll eine Spritzbetonwand errichtet werden, erklärt Hessen Mobil. So sollen Landesstraße und Haus Schwalbenthal gesichert werden. Diese Planungen waren auch schon vor etlichen Jahren Teil des Projekts. Das Problem: Streitigkeiten zwischen Hessen Mobil und dem Eigentümer des Haus Schwalbenthals Dieter Kohl.

Hessen Mobil will die Betonwand nach wie vor 4,5 Meter weg von der Landesstraße in Richtung des Hauses bauen, um die Verkehrslast auf die Straße zu verringern. Kohl spricht sich dagegen für eine Wand aus, die direkt an der Fahrbahn ansetzt – damit der Abstand zum Haus möglichst groß ist. Hessen Mobil schließt diese Variante aus. Die Verkehrslast werde direkt auf das Bauwerk übertragen, „hier werden keine statischen Sicherheitsreserven vorhanden sein.“ Außerdem sei diese Variante unwirtschaftlicher. Eigentümer Dieter Kohl meint zu den Entwicklungen: „Wir müssen jetzt abwarten, was passiert.“ Wie geht es jetzt also weiter? Nachdem die Öffentlichkeit mögliche Einwände hervorgebracht hat, können diese vom Antragsteller erwidert werden – gegebenenfalls kommt es zu einem Erörterungstermin.

Geschichte des Bergrutsches beginnt 2009

Im Jahr 2009 zeigten sich Risse am Haus Schwalbenthal und den Straßen. Untersuchungen ergaben: Der Berg bewegt sich. Das Haus musste wegen Einsturzgefahr schließen. Es folgten Diskussionen zur Sicherung des Hangs – vor allem ging es darum, wer die finanzielle Last tragen würde. 2015: Das Land Hessen will die Kosten für die Stabilisierung der Straße übernehmen. Im Jahr 2017 wurde die Straße gesperrt, 2018 begann die Diskussion um die Verortung der Wand. juh

Grundsätzlich werde in einem Planfeststellungsverfahren versucht, mit den Beteiligten eine Lösung zu finden. Das hohe private Interesse werde gegen das öffentliche Interesse abgewogen. Letztlich fasst das Ministerium für Wirtschaft Energie, Verkehr und Wohnen als Planfeststellungsbehörde einen Beschluss. Sollte das öffentliche Interesse höher gewertet werden, steht der Privatperson der Rechtsweg offen, so Hessen Mobil. (Julia Stüber)

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