Tennet informiert in Germerode über die geplante Südlink-Trasse

Im Abschnitt C verläuft der Südlink durch den Kreis. Gerhard Müller-Lang (links) von der Kreisverwaltung und Bürgermeister Friedhelm Junghans zeigen auf die Stelle, an der die Gemeinde Meißner durchquert wird. Foto: Susi Grosse

Germerode – Im Dorfgemeinschaftshaus in Germerode informierte Tennet am Donnerstagabend über die geplante Südlink-Trasse. 

Die Temperatur im rappelvollen Dorfgemeinschaftshaus Germerode war bei der Informationsveranstaltung zum geplanten Südlink am Donnerstagabend so aufgeheizt wie die Stimmung gegen die Stromtrasse im Werra-Meißner-Kreis selbst. Auch beim vierten von sechs Infoabenden, die der Kreis zusammen mit den betroffenen Kommunen organisiert, konnten die Bürger den Vertretern der Tennet ihre Fragen stellen. Wir skizzieren eine Auswahl – und die Antworten der Experten.

Plant die Tennet die Trasse weiter, obwohl die endgültige Entscheidung über den Verlauf noch nicht gefallen ist?

„In der Tat, wir haben einen engen Zeitplan“, sagte Tim Sommers, Bürgerreferent der Tennet. Die Inbetriebnahme von Südlink sei für 2025 geplant, bis 2021 müssten die Planungen abgeschlossen sein. „Das können wir nur schaffen, wenn wir schon jetzt den genauen Verlauf des Korridors auf eigenes Risiko eruieren.“ Dafür werden bereits jetzt Kartierungen durchgeführt. „Aber wir betreten keine Privatgrundstücke ohne die Zustimmung der Eigentümer und Nutzer“, versicherte Sommers.

Welche Entschädigungen zahlt mir die Tennet?

Diese Frage kam von einem Landwirt. „Dafür, dass wir das Kabel durch Ihr Grundstück verlegen, zahlen wir eine einmalige Entschädigung“, antwortete Sommers. Diese entspräche 30 Prozent des Nutzungswertes. Für Schäden, die durch das Erdkabel an dem Grundstück entstehen, entschädige die Tennet den Eigentümer so lange, bis diese behoben sind.

In welchem Abstand wird das Kabel zu unseren Häusern verlegt?

Einen gesetzlich festgelegten Abstand gibt es bei Erdkabeln nicht. „Die Leitungen werden nicht unmittelbar an Ihrem Haus vorbeigehen“, versprach Hendrik Steinke, Genehmigungsplaner der Tennet. Konkrete Angaben konnte er nicht machen, da es stets eine Einzelfallentscheidung sei. „In der Regel versuchen wir, bei der Feintrassierung einen sehr weiten Abstand zu Wohnhäusern einzuhalten“, so Steinke.

Wirkt sich das Erdkabel schädlich auf meine Gesundheit aus?

Antwort darauf wusste Dr. Peter Ahmels, Projektleiter des Bürgerdialogs Stromnetz: „Bei Gleichstromleitungen wie dem Südlinkkabel sind die Auswirkungen auf den Menschen grundsätzlich geringer als bei Wechselstrom.“ Wie hoch diese ausfallen, hängt von der konkreten Legerichtung des Kabels ab: Im ungünstigsten Fall addiert sich das Magnetfeld des Kabels mit dem natürlichen Erdmagnetfeld auf eine Feldstärke von 100 Mikrotesla – ein Fünftel des Grenzwertes. Doch wenige Meter neben dem Kabel sind keine Auswirkungen mehr nachweisbar, sodass nach Ansicht weltweiter Experten keine Gefahren für den Menschen bestehen.

Ist es möglich, dass sich der geplante Trassenverlauf noch mal ändert?

Nach Ansicht von Dr. Ahmels ist eine andere Trasse nicht völlig ausgeschlossen. „Aber dafür muss es einen harten Fakt geben“, so Dr. Ahmels. „Deshalb ist es so wichtig, dass Sie als Bürger Ihre Argumente nun in das Beteiligungsverfahren einbringen“, sagte Gerhard Müller-Lang von der Kreisverwaltung.

Service:Seit gestern sind die den Werra-Meißner-Kreis betreffenden Untersuchungsunterlagen der Tennet online verfügbar unter www.suedlink.tennet.eu

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