Verein Wir am Meißner plant Begegnungscafé am Samstag, 2. April

Verzückten die Bewohner Abterodes: Taha (5) und Dani (2). Foto:  privat

Abterode. Er kümmert sich vor allem um die Flüchtlinge, aber auch um die Einheimischen aus Abterode: der Verein Wir am Meißner. Am Samstag soll es jetzt erstmals ein Begegnungscafé geben.

„Wir bedanken uns bei den Menschen, die sich hier ums uns kümmern“ - Diese Worte lassen Michaela Seifert ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die Vorsitzende des Ende des vergangenen Jahres gegründeten Vereins „Wir am Meißner“ engagiert sich stark in der Flüchtlingsbetreuung in Abterode, weshalb sie die Worte - im positiven Sinn - treffen. „Sie zeigen, dass unsere Arbeit richtig ist.“

Verfasst worden sind die von dem 40-jährigen Mohammed aus Damaskus. Er lebt seit gut vier Monaten in Abterode, kämpft noch ein bisschen mit der deutschen Sprache. Seiner positiven Grundeinstellung kann das nichts anhaben, erzählt Seifert: „Er hat immer ein Lächeln auf den Lippen und freut sich, wenn einer von uns kommt.“ Ganz besonders war ihm das anzumerken, als er ein Geschenk bekommen hat: Mittels einer Spende konnte Seifert dem 40-Jährigen ein Keyboard mitbringen, auf dem er jede Minute spielt - auch die deutsche Nationalhymne. Viele der anderen Bewohner des Hauses säßen dann um ihn herum und hörten zu.

„Mit unserem Verein wollen wir erreichen, dass solche Zusammenkünfte nicht nur unter den Flüchtlingen stattfinden“, sagt Ulrike Kirch, die ebenfalls dem Vorstand des Vereins angehört. Deshalb werde es am Samstag, 2. April, zum ersten Mal ein Begegnungscafé geben, bei dem sich sowohl die Alteingesessenen als auch die neuen Mitbürger treffen und kennenlernen können. „Dadurch können Barrieren abgebaut werden.“

Dieses Ziel hat auch die 17-jährige Sajia. Seit drei Monaten ist die Afghanin in Abterode, lebt im sogenannten Familienhaus direkt neben der Unterkunft, in der Mohammed lebt. Der Schülerin, die eine Intensivklasse der Beruflichen Schulen in Eschwege besucht, merkt man diesen kurzen Zeitraum in Deutschland kaum an. Sie spricht mittlerweile schon so gut Deutsch, dass sie bei Schwierigkeiten für die anderen Hausbewohner übersetzt. „Ich möchte schnell diese Sprache lernen, damit ich auf ein Gymnasium gehen kann“, sagt sie. Denn nur so könne sie ihr Ziel verwirklichen, Medizin zu studieren und anschließend ein Krankenhaus in ihrer Heimat zu eröffnen. „Ich will dort allen Menschen helfen, egal ob sie Geld haben oder nicht, egal, wo sie herkommen.“

Diese Geschichten sind es, die die Vereinsmitglieder von Wir am Meißner dazu bewegen, sich weiterhin um die Flüchtlinge zu kümmern und ihnen einen Alltag zu bieten. So werde bereits seit längerem einmal täglich Deutsch-Unterricht durch Ehrenamtliche angeboten, zudem soll möglichst bald eine Fahrrad-Werkstatt eingerichtet werden. „Das Material ist da, wir suchen jetzt noch nach einer geeigneten Unterkunft dafür.“ Wer Raum und Platz hat, kann sich an den Verein per Mail wenden: wir-am-meissner@gmx.de

Begegnungscafé

Zu einem ersten Begegnungscafé lädt der Verein Wir am Meißner für Samstag, 2. April, ein. Ab 15 Uhr können sich alle Dorfbewohner im Gemeindesaal der katholischen Kirche gleich am Ortseingang aus Eschwege kommend treffen, um mit den Flüchtlingen zu spielen, sich zu unterhalten oder Tee zu trinken. Wer noch eine Kuchenspende abgeben möchte oder Ideen für Spiele hat, wendet sich an den Verein Wir am Meißner: Einfach eine Mail schreiben an wir-am-meissner@gmx.de

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